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Himalaya -Gebirges hatte Airy, Stokes und I. H. Pratt (1809bis 1871) zu teilweise sehr eigentümlichen Spekulationen veranlaßt,deren Widerlegung einen der Gründe bildete, denen man dieEntstehung des oben genannten Fischerschen Buches verdaukt.W. v. Struve, PH. Keller, W. Thomson haben die Lot-störungen generell behandelt, und Baeyer zeigte an dem Bei-spiele der Granitkerne des Harzes, wie durch jene die großengeodätischen Operationen beeinflußt werden. Im Jahre 1881knüpfte der Geologe K. A. Lossen (Abschnitt XXII) an BaeyersNachweisungen an und legte die Bedingtheit der Lotdeviationendurch den geognostischen Charakter des Geländes im einzelnen dar.Für Indien wurde von N. Strachan (geb. 1835), im Kaukasusvon General H. Stebnitzki (1332 — 1897) die Lotrichtung fest-gestellt. Die Kongresse des Gradmessuugskollegiums ließen undlassen sich durch einzelne damit beauftragte Mitglieder fortlaufendenBericht über die Fortschritte dieser Untersuchungen erstatten, wiedies namentlich durch Helm ert zum öfteren geschehen ist.
Mit diesem letzteren Geodäten, dessen Name uns auf deuletzten Seiten wiederholt entgegengetreten ist, haben wir uns nunnoch etwas eingehender zu beschäftigen. Robert Helmert (Ab-schnitt XIII), seit 1886 Direktor des einer Neugestaltung unter-zogenen k. preußische» Geodätischen Institutes, hat von allenneueren Forschern sür die Lehre von der Erdgestalt ohne Zweifeldas Meiste gethan, nnd sein großes Handbuch („Mathematischeund physikalische Theorien der höheren Geodäsie", Leipzig 1883bis 1884) wird noch sür längere Zeit der Ratgeber für denPraktiker, eine Fundgrube für kommende Generationen bleiben.Der erste Band entwickelt in vollster Ausführlichkeit, und mit Zu-ziehung aller mathematisch verfügbaren Hilfsmittel, die Lehre vonden späroidischen Messungen; hier wurde der größte Kugel-kreis ersetzt durch eiue kürzeste oder geodätische Linie, und stattdie sphärische Trigonometrie anzuwenden, bedarf der Rechner einerselbständigen Theorie der geodätischen Dreiecke. Eine solchegaben Grunert (1837) und Christosfel (1868). Der erwähnteBand ist mithin rein mathematischen Inhaltes, und die Mechaniktritt erst im zweiten Bande hinzu, welcher mit einer äußerst detail-