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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
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Neuere Bestimmungen der Erddichte.

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Fixpunkte müssen sich die Hand reichen. Selbstverständlich müssenauch die anderen Erdteile ausgiebiger als bisher in das Messungs-werk einbezogen werden, und dazu sind bereits die Anfänge gemacht.General C. JbaSez (gest. 1891) hat Spanien mit der nordafrika-nischen Küste trigonometrisch verbunden, und das akademischeKartell, welches im Herbste des Jahres 1900 zwischen den her-vorragendsten gelehrten Gesellschaften Europas abgeschlossen wordenist, hat eine Gradmessung im Sudan als eines der mit vereintenKräften anzustrebenden Ziele in Aussicht genommen.

Auch die Dichte und die interne Schwereverteilnng desErdkörpers gehören zu den in Helmerts Werke einläßlich ab-gehandelten Materien. Ganz übereinstimmend, aber auf anderemWege, bewies J.K.F.Weihrauch (18411897), daß die Schwer-kraft, wenn man sich radial gegen den Erdmittelpunkt hin bewegt,anfänglich etwas zunimmt, aber bald ihr Maximnm erreicht undsodann stetig abnimmt. Von den älteren Verfahrungsweisen,einen Wert für die mittlere Dichte der Erde zu finden, nahm Ab-schnitt VI Akt, und so können wir rasch über die Problemstellunghinweggehen, um zn zeigen, was seit einem halben Jahrhundertans diesem Arbeitsfelde gefördert wurde. Die Methode der Caven-dishschen Drehwage bildeten weiter aus (1873) M. A. Cornu(Abschnitt XVI) und I. B. A. Baille (geb. 1841), indem sie imMittel für /X so wollen wir den numerischen Wert, der gesuchtwird, bezeichnen 5,53 fanden. Den Umstand, daß eine unter-halb eines Wagebalkens angebrachte, massive Kugel durch ihre An-ziehung einen Ausschlag der Zunge zuwege briugt, verwertete 1878PH. v. Jolly, der /X. ^ 5,692 erhielt, und indem I. H. Poynting(geb. 1852) an dieser Art der Wägung eine nicht unwesentlicheVerbesserung anbrachte, ergab sich ihm /x, 5,4934. Noch inten-siver nutzten den gleichen Gedanken aus in den Jahren 1884 bis1897 Fr. Nicharz, A. Koenig (geb. 1856), der sich später ganzpsychophysischen Studien zuwandte, und O. Krigar-Menzel;Richarz und Krigar-Menzel veröffentlichten 1898 eine Ab-handlung, welche die zahllosen Kauteleu einer solchen Experimental-untersnchung deutlich überblicken läßt. Statt der das Gleichgewichtstörenden Kugel verwendeten sie einen ungeheuren Bleiklotz von