gg4 XXIII. Erdmessung und Erdphysik in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts.
über alles, was sein Beruf von ihm erheischt, insbesondere auchüber die Anfertigung^ eines auf Kurs- und Distanzmessungen be-gründeten Noutiers, Rat in G. Neumayers trefflicher „An-leitung zu wissenschaftlichen Beobachtungen auf Reisen" (Berlin 1888; 2. Auflage, 1894). Außerdem haben die Ortsbestimmungdurch astronomische Beobachtung in selbständigen Werken dargestelltF. E. E. Brünnow (1821 — 1891) („Sphärische Astronomie",5. Auflage, Berlin 1881) und G. D. E. Weyer (1818—1896)(„Vorlesungen über nautische Astronomie", Kiel 1871). Das Ganzedes Wissenszweiges, für den auch der Name astronomischeGeographie im Umlaufe ist, stellen zusammen die Werke vonH. K. E. Martus (geb. 1831) („Astronomische Geographie", Leipzig 1880), Th. Epstein („Geonomie, gestützt auf Beobachtung und ele-mentare Berechnung", Wien 1888) und S. Günther (geb. 1848)(„Handbuch der mathematischen Geographie", Stuttgart 1890); ebensogehört hierher der erste Teil von H. Wagners „Lehrbuch derGeographie" (Hannover 1894). Als ein Lehrmittel allererstenRanges darf hier auch das im Jahre 1886 von dem bayerischenJngenieurhauptmann F. Lingg der Öffentlichkeit übergebene Erd-profil nicht vergessen werden, eine in ungewöhnlich großem Maß-stabe mathematisch treu ausgeführte Wiedergabe eines elliptischen,von Skandinavien bis zuin Nordrande der afrikanischen Wüstereichenden Meridianbogens mit allen Einzelheiten, welche beimUnterrichte in der mathematischen Erdkunde anschaunngsmäßig be-achtet sein wollen.
Durch die geradezu großartige Ausbilduug der wissenschaft-lichen Erforschung fremder Länder hat man von früher unbekanntenOrten so viele neue und von bereits vorher bestimmten Plätzen soviele verbesserte Positionen erhalten, daß die Kartenzeichnung,was Vollkommenheit anlangt, ganz ungeheuer derjenigen überlegenwerden mußte, die sich vor ungefähr fünfzig Jahren als die inihrer Art beste darbot. Ein Blick auf die neuen Handatlantenoder auf die zeitgemäß aptierten Atlanten älterer Kartographen,also etwa ans die Werke eines A. Stieler (1775 — 1836),Th. E. v. Sydow (1812—1873), Andree-Putzger, Debesund Wagner n. s. w. lassen hierüber auch dem Fernerstehenden