890 XXIII. Erdmessung und Erdphysik in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts.
zelucu Weltkörpcr das magnetische Erdfeld zu anderen Feldern inBeziehungen bringen, die nach Lage nnd Art der Kraftverteilnngwechseln, treten jene eigenartigen periodischen und nnperiodi-schen geomagnetischen Schwankungen zu Tage, die denfrüheren Zeiten ein Rätsel bleiben mußten nnd auch jetzt nochkeineswegs eudgiltig geklärt sind. Wenn wir zunächst von denMethoden zur Bestimmung der Absolutwerte der drei ElementeDeklinativn, Inklination und Intensität sprechen, so könnenwir auführeu, das; die indirekten, welche im Sinne der in Ab-schnitt XVI gegebenen Nachweisnngen die Erdinduktion nutzbarmachen, jetzt besonders beliebt geworden sind. Eine generelleTheorie des Erdinduktors gab 1882 K. I. E. Schering (geb.1854), der jüngere Bruder E. C. I. Scherings (geb. 1833), desPorstandes der magnetischen Abteilung in der einst von Gaußgeleiteten Göttinger Sternwarte. Wilhelm Weber , HeinrichWeber, Leonhard Weber, Ludwig Weber schufen Apparatezur leichten Ablesung vou Neigung und Stärke, uud EdelmannsWerkstätte (Abschnitt XVI) stellte die Instrumente in tadelloserAnsführnng zur Verfügung. W. Schaper führte, was Stefanuur angeregt hatte, die Verbesserung der Strommessung durchEinführung eines Telephons, durch, nnd von H. Wild undA. Toepler wurde die Jntensitätsbestimmnng mit neuen Gedankenbefruchtet. Immerhin hat man auch die alten Nadelapparatedurchaus nicht gänzlich verlassen, und znmal E. Leyst trat 1887energisch für die Wiederverwendung des — durch Borda undA. V.Humboldt zu Ehren gekommenen— Nadelinklinatorinmsein. Zusammenfassende Darstellungen der geomagnetischen MessungS-praris gaben Airy („l'rss.tisö mr NaAnstism", London 1871;deutsch von Tietjen, Berlin 1874) nnd I. Liznar (geb. 1852)(„Anleitung zur Messung und Berechnung der Elemente des Erd-magnetismus", Wien 1833); eiue für ihre Zeit abschließendeTheorie der Inklination ist von E. Hutt (Brandenburg 1874 und1884) veröffentlicht wvrden. Auch fällt iu unseren Zeitraum daszweite der großen Werke I. v. Lamonts („Handbuch des Magne-tismus", Leipzig 1867), desseu Inhalt allerdings nur znm Teileder tellurischeu Physik augehört.