Gemnagnetischc Beobachtungsiiiethvden,
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auch von A. v. Hnmboldt, P. Ermau, Quetelet , Bravais,Messerschmitt u. a. bemerkte Höhenvariation der magne-tischen Elemente ein Urteil zu bilden; nach Sella, van Nijke-vorßel und van Bemmelen kann eine Abnahme der Horizontal-komponente mit der Höhe als sichergestellt gelten. Gewißheit überdie Ursache dieser Abnahme werden wir freilich erst dann erhoffendürfen, wenn auch im Luftballon, wie dies Eberts Versucheglaublich machen, exaktere geomagnetische Beobachtung Platz greisenkann.
Die Periodizität der Äußerungen dieser Erdkraft gehörtauch zu den nichts weniger denn vollständig ausgeklärten Erschei-nungen. Das Deflexionsmagnetomerer von K. Scheringund das Variometer von F. Kohlransch sind vielfach an dieStelle der älteren Kontrvllapparate getreten, und außerdem wirdauch vom Prinzipe der photographischen Selbstaufzcichnungumfassender Gebrauch gemacht. Um die säkularen Verände-rungen in den Offenbarungen der Erdkraft bequemer überblickenzu können, muß man vertrauenswerte Notizen und Karten ausälterer Zeit sammeln, wie dies namentlich van Bemmelen undv. Tillo erfolgreich thaten, und mit deren Hilfe lassen sich dannJnterpolationsformeln aufstellen, um von eiuer gegebenenEpoche aus rückwärts die Werte der drei Elemente zn berechnen.F. Kohlrausch und Oberbeck haben nns solche Formeln gegeben,und mit ihrer Hilfe kann auch die Wanderung der Magnetpolebis zu einem gewissen Grade revidiert werden, deren Lage übrigensnach K. L. Menzzers (geb. 1816) mühsamer Untersuchung (1871)auch durch die Verteilung von Wasser und Land in den beidenEiskalvtten einigermaßen bedingt zu sein scheint. Die innigenBeziehungen der magnetischen Tagesschwankung znrF lecken freq u en zder Sonne haben uns schon in Abschnitt XIV beschäftigt.
Wenn auch vonderTheorie desErdmagnetismus ein Wortgesagt werden soll, so ist vor allein darauf zu verweisen, daß darunterein Doppeltes zu verstehen ist. Auf der einen Seite gilt es, dadie Euler-Hansteeusche Magnetstabtheorie (Abschnitt VI)gänzlich verlassen worden ist, im Geiste von Gauß, ohne ZuHilfenähme irgend einer Hypothese, weiterzuarbeiten und durch Reihen-