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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
Entstehung
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894 XXIll. Erdmessung und Erdphysik in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts.

Entwicklung der Potentialfnnktion nach Maßgabe von Abschnitt IIINäherungswerte zu erhalten, die dann selbst wieder die drei Kom-ponenten der magnetischen Erd kraft und durch diese die dreigebräuchlichen Elemente liefern. Weitaus die größten Verdienstekommen in dieser Hinsicht dem mathematischen Talente und derunerschrockenen Rechenvirtnosität Adolf Schmidts zu, dem dietreffliche Neumayersche Karte der magnetischen Potential-verteilung wesentlich mit zn danken ist. Weitere Förderung dertheoretischen Fragen, die auch wegen ihrer Verwandtschaft mit denProblemen der Gravitation nnd der Hydrodynamik Beachtungerheischen, ergaben die Arbeiten von A. Korn, v. Tillo,W. v. Bezold, R. v. Eötvös. Die andere Seite der Theorie istnicht minder eine vollberechtigte; es kommt darauf an, die Physi-kalische Erscheinungsform auf bekannte Thatsachen zurück-zuführen. Daß sogar die Planeten einigen Einfluß äußern, hält^eyst sür eine ausgemachte Sache, nnd auch der Mond ist seitKreils Uutersuchuug von 1853 solcher Beeinflussung sehr ver-dächtig- für die Sonne aber, die nach K. Hornstein (1824bis 1882), Ad. Schmidt nnd J.A. Broun (18171879) schondnrch ihre Achsendrehung die magnetischen Elemente zu perio-discher Änderung veranlaßt, steht es anßer Zweifel, daß ihrethermische und magnet-elektrische Aktion in den magne-tischen Zustand unserer Erde kräftigst eingreift. DieEinzelhypothesen von Coruu, Quet, I. Odströil (18371888),Werner Siemens u. a. köuueu hier keiner Detailerörterung teil-haftig werden. Es ist ferner A.Schuster (AbschnittXIV) gelungen,dnrch geschickte Verwendung der vou H. Lamb (geb. 1849) für dieInduktion elektrischer Ströine in leitenden Kugeln gegebenen Aus-drücke iu den erwähnten Gnußschen Reihen eine Sonderuug derrein tellurischen und der extratellurischen Einwirkungenzu bewirken. Wie man also auch über die primäre Ursache desErdmagnetismns denken, ob man sie mit v. Lamont als eineunverrückbare Thatsache hinnehmen oder mit Edlund in derunipolaren Jnduktiou auf der rotierenden Erde (Abschnitt VIII)finden mag, Eines steht heutzutage fest: In den Schwankungendes magnetischen Erdpotentiales spiegelt sich die Ver-