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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
Entstehung
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904
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994 XXIII. Erdmesjung und Erdphysik m der zweite» Hälfte deS Jahrhunderts.

I. H. Poincare (geb. 1854), E. Wagner, H. Polis und, alsbesonders konsequent fortgesetzt, von R. Boernstein (geb. 1852),daß beinahe sämtliche meteorologische Elemente einengleichen Zusammenhang mit den Mondstellungen erkennenlassen, allein die Beeinflussung ist eine viel zn unbedentende, alsdas; weittragende Schlüsse daran geknüpft werdeu könnten, wie dieSMatthien de la Dröme, Falb, Overzier, G. F. v. Friesen-hof (geb. 1840) thun wollten. Daß ferner die Fleckenfrequenzder Sonne sich auch in deu Witternngsznständen der Erde offen-bart, wird auf Grund der Schriften von F. G. Hahn (1877),F. Czerny v. Schwarzenberg (geb. 1847) (1881) und Fritz(1878 und 1893) nicht geleugnet werden könneu, lim so mehr daanch spätere Nachweisungen von W. v. Bezold, A. Broun,Ch. Meldruin (geb. 1821), S. Levänen (geb. 1842) nur imgleichen Sinne gedeutet werden können; auch die vou Gould undW. Foerster festgestellte Thatsache, daß eine elfjährige Periodevon Oszillativnen bei den Tragpfeilern großer Stern-warten sich bemerkbar macht, will nicht vernachlässigt sein.In hohem Grade theoretisch interessant sind diese Erfahrungensämtlich, aber für die Bcgreifnng des Wechselspieles von Wind undWetter besagen sie sehr wenig, und zumal die dynamischeMeteorologie will als eine rein tellurische Wissenschaft betrachtetund behandelt werdeu. Als Eiuleituugskapitel für sie ist die Lehrevon deu Niederschlügen von Wichtigkeit, und gerade hier sinduenerdings erfreuliche Fortschritte zu verzeichnen gewesen. DieTau-, Reif- und Nauhfrostbildung wurde vou Aitken (Ab-schnitt XVII), Wollny und Aßmann mit neue», teilweise eineUmbildung der Ansichten bedingenden Erfahrungen bereichert; dieSchneekrhstalle machte Hellmann zum Objekte genauer, gestalt-licher Untersuchung: eine selbständige Wolkenkuudc wurde vonW. El. Ley (geb. 1840), W. P. Koeppen (geb. 1846), Hilde-brandsson, Abererombh u. a. geschaffen, wobei hauptsächlich die iuAbschnitt X VI zitierten Wolkenatlanten gute Dienste leisteten, und dankden Bemühnugen der schwedischen Meteorologen N. Ekhvlm undK. L. Hagström hat man zuerst (1885) ganz verlässige DatennberWolkenhöhcn erhalten, z» denen nachmals die von W.Feußner