Meeresströmungen,
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wurden erst in unseren Tagen (1891) von PH.Keller befriedigenderläntert.
Grundverschieden von der Wellenbewegung ist die strömendeBewegung. Wir unterscheiden von den sich anch äußerlich sichtbarwachenden, schnellerm Strömungen die über einen ungeheuren Raumausgedehnte, äqnatvriale und polare Wassermassen in Austauschbringende Ver ti kalzirkulation, die besonders Zoeppritz studierthat: aus sie ist die von A. Pnff(1890) näher erforschte Auspres-sung kalten Polarwassers in niedrigen Breiten zurückzuführen.Des weiteren lernte die Wissenschaft unterscheiden zwischen den— von E. Wisotzki 11892) in ihrer Eigenart gekennzeichneten —Meerengenströmungen, welche durch ungleiche Wasserdichtein den verbundenen Meeresräumen entstehen und deutlich Ober-und U nterstrvm von entgegengesetzter Richtung erkennen lassen, nndjenen majestätischen Zirkulationssystemen, die nach KrümmelsMorphographie der Meeresrämne (1879) eben nur den Welt-meeren eigen sind. W. B. Carpenters (1813—1385) Theorem,daß solche Strömungen dnrch Ungleichheiten des Niveaus, derDichte, der Temperatur und durch Luftbewegung ausgelöstwerden könnten, konnte späterer Forschung nur in seinem viertenBestandteile standhalten, und auch Mührys angestrengtes Trachten,eine thermische Theorie der Strömungen zu geben, führtenicht zum Ziele. Aber im Jahre 1879 zog Zoeppritz endgiltigden Schleier von diesem Geheimnisse fort, indem er analytischFolgendes bewies: Dnrch Adhäsion der in regelmäßiger undgleichgerichteter Bewegung — Passate — befindlichenLuft au der Wasserfläche wird diese in Mitleidenschaftgezogen, und dieser Impuls pflanzt sich, salls nur ge-nügend Zeit gegeben ist, dnrch innere Reibung bis inbeliebige Tiefen fort. Durch Krümmel, S. Fritz, P. Hoff-mann, Mohn u. a. ist diese Theorie, welche den alten Begriffder Driftströmung generalisiert, namentlich mit Rücksicht aufStromteilung, Kompensationsströme und Einfluß derErdrotation weiter ausgebaut nnd durchaus als zutreffendbefunden worden. Abweichend, nämlich als NeaktionS- oderAspirationsströmungen sind nach F. L. Ekman (geb. 1830)