92V XXIII. Erdmessuug und Erdphysik in der zweiten Hälfte deS Jahrhunderts,
nur die Gegenströmungen in der Nähe von Strommündungen auf-zufassen.
Die deutsche Litteratur besitzt im „Handbuch der Ozeanographie"(erster Teil vou G. v. Boguslawski, Stuttgart 1884; zweiterTeil von O. Krümmel , ebenda 1888) einen in jeder Beziehung ver-lässigeu Handweiser. Ein Werk v. I. I. Wild („l^g-latta; anLssav on tlis Oeptli, ^eriixörÄturk anä Lurrsnts tl^s Oosan",London 1877) ist für seine Zeit gleichfalls von großer Bedeutunggewesen. Zur ersten Einführung ist ein kleines Buch vou E. Gelcich(„Grundzüge der physischeu Geographie des Meeres", Wien 1881)und ein ebensolches von Krümmel („Der Ozean", Leipzig-Prag 1886) sehr passend.
Da wir die Eigenschaften der Festlandoberfläche schon imvorigen Abschnitte der Besprechung unterzogen haben, so bleibt unsjetzt mir noch die Hydrologie des Süßwassers — Seen,strömende Gewässer, Grundwasser, Schnee und Eis derHochgebirge — übrig, um die Geophysik abzurunden. Was diestehenden Wasser angeht, so kann F. A. Forels „Handbuch derSeenkunde" (Stuttgart 1900) als Inbegriff der einschlägigen Lehrengelten. Es kommen znr Behandlung die in die Geologie über-greifende Bildung der Seebecken, die durch Erosiou, Aus-wirbelung (Evorsion), Einsturz und durch die verschiedenstenArten von Anfstauuug und Abdämmung entstanden seinkönnen; sodann die Küstenbildung, deren Typen Forel selbstgenetisch feststellte; nächstdem die Beschasfenheit des Seewafsers(Salzseen) und die Beweguugserscheiuungen. Neben denWindwellen und Strömungen, die nur ein verkleinertes Bild der-jenigen des Meeres abgeben, kommen auch die in Abschnitt XVIgestreiften Jnterferenzwellen oder „Seiches " in Frage, derengenane Verfolgung mit E. Sarasins (geb. 1843) „limnirnstr«?önreA-istrsur transr-oi-tadls" (1879) statthaft geworden ist.R. Merian (1797—1871) gab die Formel an, der sich alle diesestehenden Wellenbewegungen unterordnen, und im zweiten Bandevon Forels großem Werke „I,e I^man" (Basel-Genf -Lyon 1895)wird das Seicheproblem umfassend diskutiert. Er auch wies Seichesim Bodeusee, Sarasin und Du Pasauier wiesen sie im See