Binnenseen: Si'nnpse nnd Mc>e>rc.
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von ^i'euchatel nach- nächst dem Leman ist aber, dank den Be-mühungen E. v. CholnokyS, der ungarische Plattensee („Balaton ")mit einer ganzen Reihe selbständiger Seiches bekannt. Ob die imMichigansee beobachteten periodisch-alternierenden Bewegungen indiese Kategorie oder in die Reihe der echten Gezeiten gehören,bleibt dahingestellt; daß aber in Meeresstraßen Seiches aus-treten können, haben Miaulis und Krnmmel für den Enripusbei Euböa sichergestellt. Über die Seetemperatur, deren Ver-halten Forel den Grund zu seiner Einteilung aller Binnenseen —ohne Rücksicht auf die geographische Lage — in polare, gemäßigteund tropische lieferte, haben Delebecaue.H.Hergesell, Rudolphu. a, Material beschafft, und A. Geistbeck konnte eine genetischeKlassifikation des See-Eises durchführen, über dessen tektonischeStörungen E. Goebeler wertvolle Mitteilungen geinacht hat. Diebedeutsamste Entdeckung auf diesem Gebiete machte 1891 Ed. Richter,indem er die sonst gleichförmige Abnahme der Temperatur mit derTiefe als durch eine Sprungschicht unterbrochen nachwies, innerhalbderen es unverhältnismäßig rasch kälter wird. Seemonographien,wie sie A. Delebeeque über französische, De Agostini über italienische, W.Halbfaß über deutsche, Penck, Richter und I.Müllnerüber österreichische Seen, Ule speziell über den Starnberger See ,der Bodensee -Verein über diesen und die ungarische GeographischeGesellschaft über den Plattensee veröffentlichten, verleihen der Seen-kunde eine feste Basis. Wird der Seeboden durch Jsobathen plastischabgebildet, so markieren sich auf der Karte auch deutlich jene unter-seeischen Flußrinneu, wie sie von Hoernlimann und Forelim Genfer- und Bodensee , von Jssel auch an der lignrischen Küstenachgewiesen, von E. Linhardt aber (1892) spezialistisch beschriebenworden sind.
Mit den Seen vereint behandelt die Geophysik auch die S ü mPseund Moore. Unsere Litteratur besitzt nach dieser Seite hin eineMusterleistung in dem Buche von Senst („Die Humus-, Torf-,Marsch- und Limonitbildungen als Erzeugnngsmittel neuer Erd-rindelageu", Leipzig 1862). Mit den norddeutschen Hochmoorenbeschäftigte sich besonders eingehend der Pflanzengeograph A.H.Grise-bach (1814—1879), während die bayerischen Torfmoore, deren