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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
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922 XXIII. Erdmessung und Erdphysik in der zweiten Halste des Jahrhunderts.

genetische Zustände bereits zu Beginn des Jahrhunderts der gelehrteNaturforscher F. v. Schrauk (17471835) zutreffend dargelegthatte, dnrch Ch. Grnber nnd A. Baumann geographisch undnaturwissenschaftlich gewürdigt wurden. Für die Spezialität derMineralmoore sind die Untersuchungen von A. Bieder (1887),sür die mit Mnhrbrüchen, und Schlammrutschungen vergleichbaren zumeist auf Irland beschränkten Mvoransbrüche diejenigenvon B. Klinge (1897) maßgebend.

Über die Wnsserbewegnng in Flüssen waren nur schvnin Abschnitt XV das Notwendigste beizubringen veranlaßt, weildafür hydrodynamische Lehren als bestimmend zn erachten sind.Nachgetragen seien nnr A. Forsters sorgfältige Studien überFlußtemperatnr (1894), welche die dreißig Jahre älteren vonH. W. Hertzer (geb. 1822) ergänzten und erheblich weiterführten,und diejenigen von Martel, Müntz, E.Aubin und A.Schwagerüber F l n ß w assers ü r b ung. Das Wesen der U b e r s ch w e m m nngen,denen v. Sonklar die erste Monographie (1883) widmete, ist,dank den vvnH.Gravelius in Dentschland eingeführten Forschnngs-ergebnissen von Rijkatschew, jetzt klarer denn sonst zu überblicken,so daß auch die von Belgrand, W.Sonne nnd O.Lneger geförderteHochwasserprognose aus Erfolge rechnen darf, znmal daHonsell,Classen, Wollny, J.Schlichting und, als bester Kenner derThal-sperren, O. Jntze die baulichen Schutzvorrichtungeu gegen Wasser-gefahr auf eine hohe Stufe gebracht haben. Die Theorie undPraxis der Lehre von der Geschiebeführuug in Strömen ist von

F. Kreuter in ein nicht bloß sür den Ingenieur, svuderu auchfür den Geographen ansprechendes System gebracht worden.

Alles Flnßwasser stammt aus dem Grundwasser, welchesneueren Untersuchungen zusolge nirgends ans der Erde fehlt;

G. A. Schweinfurth (geb. 1836) vermochte es allenthalben unterder Sahara nachzuweisen. Den ost verwickelten Wechselbeziehungenzwischen Grundwasser und Flußgerinne sind A. I. E. Dupuit(18011866), H. Hoefer, I. Soyka und K. Cranz nachgegangen,so daß anch der unnatürlich scheinende Fall Plötzlichen Bersiegenseines Wasserlauses völlig ausgeheilt wurde. Das Gruudwassertritt in der Form von Quellen zu Tage, und seit E. Mariotte