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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
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Die Erbschaft des 20. Jahrhunderls.

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matisch erheblich geförderte Lehre vom Erdmagnetismus dürftemit der Entschleierung der Südpolarzone eine neue Epoche anHeden;das Mysterium des Polarlichtes rückte seiner Aufhellung bereitswesentlich näher infolge der neuesten Untersnchungeu überKathv-denstrahlen uud Jonenverbreitung. Was Dove für dieMeteorologie vorbereitet, ist znm großen Teile seiner Vollendungnäher geführt worden, und das 20. Jahrhundert braucht nur aufdeu von seinem Vorläufer aufgezeigten Pfaden rüstig weiterzn-schreiten, um sich in den Besitz einer voll befriedigenden Witte-rungsprognose gesetzt zu sehen. Die Anfänge einer rationellenKlimatologie gehen auf etwas mehr denn hundert JahreLooistg.8 ?g.1g,t>ink>, zurück, aber die Humboldt - BnchschePeriode griff bereits kräftig fördernd ein, und die neue Jahr-hundertwende kann jenein ersten, unsicheren Tasten das in denHauptpunkten nicht mehr zu erschütternde Lehrsystem gegenüber-stellen, welches Hann und Woeikow begründet haben. Vielleichtnoch drastischer jedoch offenbart sich uns der Gegensatz zwischeneinst nnd jetzt in einem Vergleiche der damaligen und der jetzigenHydrologie, vorab der Meereskunde; I. F. W. OttosHydro-graphie" vom Jahre 1800 halte man neben die neueren Gesamt-darstellnngen unseres einschlägigen Wissens, wie wir sie etwa vonKrümmel und Thoulet erhalten haben, und man wird sich über-zeugen, wie unsäglich tieser und gefestigter unsere Einsicht sowohldnrch theoretische Arbeit, als auch namentlich durch die Erd-umspannenden ozeanograPhischenFors ch u ngsreise n der meistenmaritimen Kulturvölker geworden ist.

Unserem Rückblicke haben wir stets auch einen Vorblick indas neu heraufziehende Jahrhundert beigesellt; eS war unser Be-streben, festzustellen, welches Vermächtnis die uns beschäf-tigenden Zweige der Naturwissenschast den nächsten Jahr-zehnten übermitteln. Die Erbschaft ist eine so bedentende, daßder Erbe sie nnr freudig aufnehmen kann, obwohl ihm keine leichteVerpflichtung auserlegt ist, wenu er sich anheischig macht, sich der-selben in jeder Weise würdig erweisen uud das reiche Gut dereinstin entsprechend vermehrtem und vervollkommnetem Stande an das21. Jahrhundert weitergebeil zu wvllen. Allein auch die HilsS-