12
aber den inneren Menschen zum Pfaffen erhoben, dessenSäkularisation die schwierigere Aufgabe sei 17 . Scharf-geschliffene Pfeile des Spottes richtet Marx gegen „national-ökonomische Geschäftsverpfuscher“ geistlichen Standes,gegen Malthus und seine Amtsbrüder, deren „gesegneteArbeit im Weinberge des Herrn“ in wahrhaft unanstän-diger Weise zur Vermehrung der Bevölkerung beitrage 18 .Noch in der Kritik des Gothaschen Programms 1875herrscht das „ecrasez l’Infäme“: „Gewissensfreiheit“ sei einebourgeoise Formel, unter der z. B. in den VereinigtenStaaten die Religion prächtig gedeihe; das Proletariathabe die Aufgabe, das Gewissen vom religiösen Phantomzu befreien. Nicht die Trennung der Kirche vom Staateliegt im Sinne des echten Marxismus, vielmehr eine be-wusste Ausrottung religiöser Restbestände durch die welt-liche Zwangserziehung. In diesem Sinne ist Bebelsatheistischer Fanatismus marxistischer als das „Religion istPrivatsache“ des sozialdemokratischen Programms 19 .
b) Marx wertet in Steigerung Feuerbachscher Gedankenden Atheismus vor allem als Sprengstoff gegen den be-stehenden Staat 20 . Die Entthronung Gottes bereitet derEntthronung der weltlichen Monarchen den Weg — denHimmel gilt es zu zertrümmern, damit die Kritik der Erdesich zuwende. Marx ist in erster Linie doch wohl poli-tischer Revolutionär 21 : sein tiefster Beweggrund ist das:„Krieg den deutschen Zuständen“ — „unter dem Schmet-tern des gallischen Hahnes“! Für Marx war zeitlebens„das heuchlerische Preussen die unfreieste Tatsache derdeutschen Geschichte“, deren noch halb merkantilistischenCharakter er scharf durchschaute. „Die Menschen wachsenihren Herren zu wie eine Zucht von Sklaven oder Pferden.Die angestammten Herren sind der Zweck dieser ganzenGesellschaft.“ Aber auch die Idee der deutschen Nation,die von Fichte her in dunklen Tagen unserem Volke alsLeitstern vorschwebte, ist bei Marx nie vorhanden oderfrühzeitig zersetzt. „Deutschland ist historisch längst zu