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sind trotz des allgemeinen Wahlrechts im deutschen Reiche(nicht mehr in den süddeutschen Staaten) noch „inaktiveStaatsbürger“, d. h. ohne jeden Einfluss auf die Führungdes Staates. Aber sie sollen sich im Sinne Kants unterStärkung ihrer ökonomischen Grundlage zu „aktiven Staats-bürgern“ emporarbeiten eo .
Keine empirische Instanz ist jedoch im Stande, denhistorischen Materialismus grundsätzlich zu beseitigen.Könnte man doch stets einwenden, dass der richtige Grund-gedanke im einzelnen Falle unrichtig angewandt wordensei: Marx habe die Zukunft besser Voraussagen sollen, z. B.den neudeutschen Kapitalismus, den Schutzzoll und dieKartelle. Dieser Einwand liegt umso näher, als derhistorische Materialismus zweifellos für die Erkenntnis derVergangenheit befruchtend gewirkt und einem Marx selbstin den geschichtlichen Ausführungen des „Kapital“ zuwertvollen Einsichten verholfen hat 61 . Zwar verführte ermanchen Marxisten zu tollen Seitensprüngen auf demBoden der Religionsgeschichte, so z. B. wenn Engels imkalvinistischen Prädestinationsgedanken einen „Ausdruck“der Tatsache findet, dass in der Handels weit Erfolg undBankerott nicht von der Tüchtigkeit des Einzelnen ab-hänge, sondern von Verhältnissen, die der Mensch nichtzu beherrschen vermöge 62 . Aber für die politische Ge-schichte brachte die möglichst weitgehende Berück-sichtigung wirtschaftlicher Kausalien gewiss einen Fort-schritt, der für die Kunstgeschichte noch aussteht: Geradedie Fäden künstlerischen und wirtschaftlichen Geschehenserscheinen vielfach eng zusammengeflochten. Bei Tainefinden sich in dieser Richtung wenigstens Ansätze 63 .
Eine grundsätzliche Beseitigung des historischen Mate-rialismus ist nur durch grundsätzliche Erwägungen möglich.Auch hier sind zunächst zwei wertvolle Bestandteile aus-zusondern, welche echt kantisches Gepräge aufweisen.
a) Die ganze Welt der Erscheinung gehorcht, soweitwir sie als erkennende Menschen bearbeiten, der Kategorie