der Kausalität — Natur wie Geschichte. Auch die mensch-lichen Handlungen unterliegen, sobald sie in die Erschei-nung treten, dem ehernen Gesetz von Ursache und Wirkung,das in die Welt der inneren Motive zurückführt. Die „innereVerkettung der Vorstellungen“, die man „Freiheit“ nenne,sagt Kant, sei nichts anderes als die „Freiheit der Uhr,die einmal aufgezogen, ihre Bewegungen von selbst ver-richtet“ 64 . In der Wissenschaft gibt es keine Wunder.Mit Recht verteidigt Kautsky die Geltung der Kausalitätfür alle Tatsachen unserer Erfahrung gegen Bernstein,der das eherne Muss der Geschichte durch ethische Fak-toren einschränken (?) möchte 65 . Die „sittliche Freiheit“,die wir als handelnde Menschen fordern, hat mit psycho-logischer Ursachlosigkeit nichts zu tun, vielmehr liegen■— wie Max Weber ausführt — gerade sittliche Hand-lungen vielfach in ihrer psychologischen Verursachungbesonders oifen zu Tage, während Unberechenbarkeit(nicht Ursachlosigkeit) die Handlungen des Verrücktenauszeichnet 66 .
Die Teleologie, welche nicht nur der Geschichts-wissenschaft, sondern teilweise auch der Naturwissenschaftzur Bildung ihrer Begriffe dient (z. B. der Biologie zurAbgrenzung der Lebenserscheinungen), ist lediglich „heu-ristisches Prinzip“ und als solches mit der allbeherrschen-den Kausalität durchaus verträglich. In ähnlicher Weisebedient sich die Nationalökonomie, gleichviel ob Wirt-schaftstheorie oder Wirtschaftsgeschichte, des teleologischenBegriffes der „Wirtschaft“, d. h. der Güterversorgung zumZwecke der menschlichen Lebenserhaltung. Indem siehierdurch ihr Gebiet gegen andere Wissenschaften ab-grenzt, wird sie einer streng kausalen Erklärung der sieinteressierenden Vorgänge keineswegs untreu. Der Gegen-satz von causa und telos, von dem So.mbart spricht, istdurch die „Kritik der Urteilskraft“ längst beseitigt, ebensowie jene „faule Teleologie“, welche das telos zur meta-physischen Ursache erhebt. Desgleichen sind unsere