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3 (1895) Politische Schriften von 1848 bis 1868
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lichen Wohlfahrt ist. Die Nationalökonomen haben nichtden Vorwurf verschuldet, daß sie, gleichgültig gegen die wahreBeglückung des Menschengeschlechtes, sich mit dem alten Zu-stand der Dinge, mit dem Elend der Armen, mit dem Miß-brauch der Kräfte auf der einen, der Verwüstung der Kräfteauf der anderen Seite befriedigt erklärt hätten. Sie wolltendie wahre Volkswohlfahrt herbeiführen helfen; aber daß siemit ihrer Theorie allein deren Gesetze finden zu könnenglaubten, das war ihr Irrtum. Ihre Grundsätze von derHeilsamkeit der unbedingt freien Konkurrenz, von der unbe-dingten Rücksicht auf die Konsumenten waren zweifacheSünden, zum ersten in sich selber Rechnungsfehler, zumzweiten Entscheidungen, welche über die Grenze der bloßenBegriffslehre hinauslagen. Sie hätten bei ihrer eigentlichenAufgabe, das Vorhandene zu analysiren, bleiben sollen. Aberdaß die alten Zustände unvollkommen, und wohin sie zuführen seien, die Schwäche des alten formellen Rechtsbodensgegenüber den Lebensanforderungen der Menschheit, habensie selber gefühlt und mit einer Klarheit und Überzeugungs-stärke ausgesprochen, wie kaum einer der neuesten Sozialisten.Adam Smith , der bescheidene, angebetete, nüchterne Gelehrte,hat einen Satz niedergeschrieben, welcher zu terroristisch klingt,um ihn heute zu zitiren. und der im III. Band, 4. Buch,5. Kap., 2. Teil seines Hauptwerkes nachzulesen ist;*) er hatein andermal gelegentlich einen Gedanken hingeworfen, indem er mit dem extremsten der Kommunisten, mit P. I.Proudhon, über die gleichen Anlagen, den gleichen Wertund die gleichen Ansprüche jedes Arbeiters zusammentrifft:Die Abweichung der natürlichen Anlagen in verschiedenen

*) Ich habe dieses Kapitel im Ad. Smith wieder nachgelesen, ohnebestimmt sagen zu können, auf welche Stelle hier angespielt ist. Viel-leicht dachte ich damals an den Schluß von III. S. 66 u. 67 der eng-lischen Baseler Ausgabe von 1791. L. B.