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daß auch bei dem Willkomm und Abschied, den ich heutedieser Opposition zu geben in der Lage bin, ich mich zupersönlichem Auftreten herausgefordert fühle.
Endlich ist noch ein dritter Umstand vorhanden, derdazu nötigt, daß sozusagen meine eigene Naturgeschichtezu der jüngsten Lebensgeschichte der „Mainzer Zeitung" insSpiel gesetzt werde. Die Intervention einer Gegenpartei,über die ich früher Bericht erstattet habe, konnte durch mei-nen heutigen Schritt dem Publikum ins Gedächtnis zurück-gerufen und mit diesem Schritt in irgend einen Zusammen-hang gebracht werden. Ein solcher Zusammenhang existirtaber nicht im Geringsten, und auch um von einer falschenAuffassung dieser Art abzuhalten, muß ich mein persönlichesVerhalten zu dem Gang der Zeitung bis zu meinem heu-tigen Rücktritt in ein deutliches Licht setzen.
Es find noch nicht volle zwei Monate, daß ich, zumersten Mal in meinem Leben, in den Besitz des Marschall-stabes, den jeder Deutsche bei seinem Abzug von der Uni-versität im Tornister mit fortträgt, daß ich in den Besitzdes leicht zugänglichen Glücks gekommen bin, mich gedrucktzu sehen. Ich hatte — seit drei Jahren von der Hochschulezurückgekehrt — so viel es immer die Erlernung des ju-ristische!? Handwerkes erlaubte, den größten Teil meinerZeit und den einzigen Ernst meines Strebens darauf ver-wendet, das Universitätsleben fortzusetzen, d. h. ohne Rücksichtauf eine zu erringende praktische Stellung, einige Wissens-zweige zu verfolgen. Überdem brach die welterschütterndeBegebenheit des 24. Februar herein, und, wie Viele, rißauch mich die dadurch aufgejagte Wirbelbewegung aus derGeduld einer langsam voranschreitenden Thätigkeit und indie Lust, im Sturmleben der politischen Elementargestaltungwirkend mitzureisen. Man möge immer sagen, daß meineHandlungsweise um deswillen den Vorwurf verdiene, siesei von dem Bedürfnisse nach einer persönlichen Aktion aus-