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Republik geäußert zu haben, mit banger Erwartung nachFrankfurt gegangen. Ich bin den dortigen Verhandlungenmit unausgesetzter Aufmerksamkeit von Anfang bis zu Endegefolgt; ich habe nicht blos die Redner von der Tribünegehört, sondern alle Parteien in ihrem Treiben unter sich ausder unmittelbaren Anschauung kennen gelernt — und habedort mit der Überzeugung abgeschlossen, daß die angeblicheVermittlungspartei der alten Liberalen mit Leib nnd Seeleden fürstlichen Interessen angehört, von denen sie benütztund von denen ihnen so viele liberale Grundsätze gelassenwerden, als vor der Hand zur Erhaltung des noch nichtganz eutbehrlichen Kredits in der öffentlichen Meinungnötig sind. Von diesem Augenblick, nachdem man zumhundertsten Mal erfahren, daß in der Nähe der Throneauch ehrliche Leute dem Throne mehr als dem Volke er-geben werden, von dem Augenblicke an, als ich sah. daßvon der Partei, welche durch die neue Verbindung mit denDynastieen und durch die früher erworbene Autorität imVolke für die nächste Zeit das Übergewicht erlangen mußte,nichts zu erwarten war, kam ich zu dem Resultat, daß nurgleichzeitig mit dem Verschwinden der Dynastieen Deutsch-lands Einheit und Freiheit geboren werden könne. Es ge-hört wirklich eine gute Portion polternder Gedankenlosigkeitdazu, nach Art der „Rheinischen Zeitung ", noch keine Reaktionzu sehen in Kabinetten, welche — die ersten acht Tage ihrerExistenz ausgenommen — noch gar nichts gethan haben,als geheime Truppeumärsche anzuordnen, in Kabinetten,deren Generalissimus Matthy in Baden a, la Nikolauswirtschaftet, und deren Spiritus familiaris Gagern in seineroffiziellen Zeitung jenes famose Projekt für Deutschlands Zukunft veröffentlichen ließ, wogegen das der Siebenzehnernoch Demagogie ist; keine Reaktion endlich zu sehen inKabinetten, welche ihre Bundes - Vertrauensmänner nichtaugenblicklich zurückberufen, nachdem sie einen Verfassungs-