entwurf ausgeheckt haben, der Einen nicht zur Entscheidungkommen läßt, ob er kolossaler ist durch Lächerlichkeit oder durchUnverschämtheit, und den die „Rheinische Zeitung " selberzu bekämpfen verspricht. Die Reaktion ist da, die Schwächedes Vorparlaments hat ihr auf die Beine geholfen, und esist die größte Wahrscheinlichkeit vorhanden, daß sie noch eineZeitlang herrschen wird. Diese Entwicklung der Dingehabe ich schon in Frankfurt kommen sehen, und von jenemZeitpunkt an bin ich rückhaltslos gegen die ganze Vcr-trauensfippschaft und für die republikanische Staatsformaufgetreten.
Dieser Wendepunkt hatte eine eigentümliche Wirkungauf meine Stellung gegenüber dem Eigentümer der „MainzerZeitung". Als ich ihm meine Dienste anbot, hatte ich ihmnatürlich kein Glaubensbekenntnis in einem Dutzend Artikelnabgelegt, sondern wir waren übereingekommen, daß er ausmeinen ersten Arbeiten meine Gesinnungen entnehmen möge.Aus dem oben Mitgeteilten erhellt, wie damals noch Manchermit mir übereinstimmen konnte, der jetzt mir gegenüber steht,und so war es auch zwischen uns der Fall. Nachdem dieseMeinungsverschiedenheit unzweifelhaft geworden war, ge-standen wir uns auch gegenseitig zu, daß das Verfahren desEinen mit der Mißbilligung des Andern, immer unleidlicherfür Beide werden müßte und faßten den Entschluß, uns zutrennen. Dies fiel aber gerade in jene Zeit, wo eine Anzahlvon Beamten und Kaufleuten hier an der „Mainzer Zeitung"mit Privatmitteln versuchen wollten, was der Minister Matthyviel klüger mit Bajonetten gegen die „Deutsche Volkszeitung"ausgeführt hat. Der ehreuwerte Charakter des Verlegers —möge er mir es nicht als Anmaßung auslegen, daß ich ihmöffentlich meine Hochachtung auszusprechen wage — sträubtesich natürlich nicht nur gegen die thatsächliche Nachgiebigkeitgegen eine so unwürdige Zumutung, sondern auch gegen denSchein derselben, und jene Intervention allein war schuld.