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3 (1895) Politische Schriften von 1848 bis 1868
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daß der Schritt, welchen ich heute thue, uicht schon vor vier-zehn Tagen erfolgte. Wir warteten nur auf den vollendetenRückzug jener Angreifer, um jenen Entschluß auszuführen, undeiner dieser Tage, nachdem durch das Erscheinen derRhei-nischen Zeitung " bestätigt war. daß keinerlei Verständigungzwischen dem Eigentümer der Zeitung und meinen Gegnernstattgefunden, war dazu anberaumt. In der heutigen Nummerder Rh. Ztg. fordert mich die neue Redaktion zu einem fort-gesetzten Kampfe heraus. Nach dem Beschlusse, welcher fest-stand, konnte ich diesen Kampf nicht mehr annehmen, ichkonnte auch nicht noch mehrere Tage ohne Erwiderung vor-übergehen lassen. So wurde ich denn plötzlich heute Morgenzu der Entscheidung getrieben, sogleich in Vollzug zu setzen,was erst im Laufe der folgende:? Woche geschehen sollte. Ichbin dadurch gezwungen, ein Aktenstück, wie das, welches ichgegenwärtig niederlege, ohne die gehörige Muße und Ueber-legung binnen weniger Stunden, und dazu noch überraschterWeise auszuarbeiten. Dem, was ich in der Eile bisher zu-sammengestellt habe, will ich nur noch eine kurze Antwortauf den Prinzipienstreit, welchen die neue Redaktion der Rh.Z. eröffnet hat, folgen lassen.

Was zuerst die streitige Materie angeht, so ist es vorallen Dingen merkwürdig, wie hartnäckig die konstitutionellePartei immer auf dasselbe Argument zurückkommt und denSchein voranstellt, als wäre es nie widerlegt worden. DiesesArgument besteht darin, daß sie uns den Inhalt ihrer For-derungen, die Freiheiten, welche sie verlangt, entgegenhältund fragt, ob diese Freiheiten einem Volke nicht genügenkönnten? Und weil auch die Redaktion der Rh- Z. mitdieser Frage zum tausendsten Male kommt, so müssen wirihr zum tausendsten Male antworten: daß wir dieselbenFreiheiten verlangen, zugleich aber auch eine Garantie fürihre Erhaltung, welche in der Monarchie nicht liegt. Darumist es schief, sich als großer Geist über Formpedanterien hin-