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3 (1895) Politische Schriften von 1848 bis 1868
Entstehung
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Verkleinerung hingegeben habe, mich schließlich erinnere, daß dieAchtung, welche ich aus einem langen Umgang für einen Cha-rakter geschöpft und welche ich ihm durch denselben bewiesen habe,nicht durch den Witz des Schicksals, das uns gegeneinander-führt. vemichtet werden kann. Darum habe ich mich von vornherein schon bemüht, als ehrlicher alter Freund mit Respektaufzutreten; darum aber auch läßt mich ein versöhnlicherSchluß nach vehementen Angriffen völlig kalt; ich weiß,wenn ich anfange, wie ich enden will, und vergesse, wennich am Ende bin. den Anfang nicht. Es ist mir leid, daßich meine Kampffähigkeit einem von mir hochgeachtetenGegner gegenüber nicht erproben kann; es ist mir leid, daßich von der Ehrlichkeit, mit der er mir gegenüber aufzu-treten erklärt, nichts sehe als ein Versprechen für die Zu-kunft, welches mit der jüngsten Gegenwart kontrastiert. Doches wird der Redaktion darum noch Gelegenheit genugbleiben, ihre Ehrlichkeit zu beweisen. Ihre Aktionäre undReaktionäre werden nicht säumeu, sie auf die Probe zusetzen.

Ich habe mir in der kurzen Zeit meiner Wirksamkeitbei diesem Blatte warme Freunde und bittere Feinde er-worben, jedenfalls in beiden aufmerksame Leser. Ich weiß,daß ich dies mehr der Gunst der heftigen Ereignisse alsmeiner Fähigkeit verdanke. Jedenfalls ist es mir süß, daßich es dazu gebracht habe. Ich glaube nicht ohne Ein-wirkung auf die Lebendigkeit unserer politischen Bewegunggeblieben zu sein, und das ist, was ich wollte. JeneFreundschaft hoffe ich von dieser Thätigkeit auf immer er-übrigt zu haben, von dieser politischen Bewegung erwarteich mir spätere Früchte. Ich nehme das Bewußtsein mitmir, nicht nur nach bestem Wissen und Willen, sondernauch nach einem festen, übersichtlichen Plan gehandelt zuhaben. Wer sich die Mühe nehmen will, meine Arbeitenrückwärts zu überschauen, der wird, was ich heute erläutere,