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3 (1895) Politische Schriften von 1848 bis 1868
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die Tüchtigkeit ihrer individuellen Kräfte, wie an die Richtig-keit ihrer allgemeinen Grundsätze gewesen wäre. In derPfalz gar waren die Sachen so, daß ich lachen müßte überdenjenigen, welcher behaupten wollte: er hätte es viel bessergemacht, wenn er an's Ruder gekommen wäre. Die Pfälzer Regierung ließ sich selber nicht nur gern von Jedem regieren,sondern hätte sich, glaube ich, auch mit Freuden von jedemrevolutionären Usurpator stürzen lassen. Weil ich mir diesnicht verhehle, nehme ich mir auch die Erlaubniß, unver-halten zu tadeln; oder wo mich die Lust anwandeltzu persifliren.

Im Munde des Hochmuths klingt ein scharfes Urtheilwiderwärtig und ungerecht. Ich glaube demüthig genugaus der letzten Revolution gekommen zu sein, um mich so-gar über meine Nebenmenschen lustig machen zu dürfen.

Im Juli 1849.

L. B.

Blind verhaftet aber bei Ausbruch der Erhebung von 1849 wieder inFreiheit gesetzt. Nun übernahm er die Führung eines Korps undbewährte sich als ein tapferer, wenn auch nicht kriegskundigerMann. Nach der Niederlage ging er nach Amerika , kehrte 1363 nachDeutschland zurück und ließ sich in Coburg nieder, wo er seineWeltgeschichte" schrieb. Von da zog er zuerst nach Stuttgart , dannnach Hefzlach in der Nähe von Stuttgart und schließlich nach Wien .Allda starb er im Jahre 1870. Er hatte durchaus den Charaktereines Schwärmers, hingebend und etwas excentrisch. Seine Frau,eine geborene Französin, bethciligte sich lebhaft an seinem Wirkenund begleitete ihn auch auf seinem Feldzuge.