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wieder einmal, wie vor Zeiten für Schleswig-Holstein , Gutund Blut verpfändete, wußten wir Alle, daß nicht ein Haarbreit auf ihn zu rechnen sei.
Man hat seit dem Anbeginn der letzten Bewegung bisauf diesen Moment die Demokratie mit dem Vorwurf ver-folgt, daß es ihr mit dem Verfassungsstichwort nicht ernstgewesen sei. So hart es mir ankommt, der gesinnungs-losen Bourgeoisie gegenüber, welche das namenloseUnglück Deutschlands zu verantworten hat, die redlichenAbsichten der demokratischen Partei zu vertheidigen, sohalte ich es doch für nothwendig, über diesen Punktein Geständniß niederzulegen. Denn mit dieser An-klage, daß die Demokratie etwas Anderes als die Ver-fassung im Schilde geführt habe, wird die Bourgeoisieihre Teilnahmlosigkeit an einer Bewegung entschuldigen,welche um ihrer Prinzipien willen vor sich ging, und mitderselben Anklage werden die königlichen und herzoglichenGerichte die erwünschten Hochverrathsuntersuchungen gegendie Theilnehmer bemänteln. Die demokratische Partei —das ist wahr — dachte aus einem Siege in dem Ver-fassungskampf mehr Früchte ziehen zu können, als dasPfuschwerk der von allen Parteien der Nationalversamm-lung zusammengeflickten Charte. Allein sie rechnete dabeinicht so sehr auf eine Uebertölpelung derjenigen Kampf-genossen, welche nur die Verfassung wollten, als an dieNothwendigkeit, welche aus dem hartnäckigen Widerstandeder Verfassungsgegner von selbst hervorgehen mußte. Eswar voraus zu sehen, daß die deutschen Fürsten Alles auf-bieten würden, die Erhebung zu bemeistern, und daß einSieg der letzteren daher nur in einer Beseitigung derersteren bestehen konnte, ein Resultat, welches dann allediejenigen wollen mußten, welchen es in Wahrheit um dieGarantie der in der Verfassung enthaltenen Grundsätze zu
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