kommissarius wohl kaum so schrecklich auf der gefährlichstenseiner nächtlichen Wanderungen gesehen hat. Das Rhein-ufer*) hatte den Kern der Abtheilung geliefert, welcher raschdurch wahlverwandte Elemente angewachsen war. Sogarunterwegs hatte sich die Gesellschaft noch mit vielen Kameradenaus allen Weltgegenden, Handwerksburschen, die in allenDialekten sprachen, und sogar mit einem Polen verstärkt. Ichmuß gestehen, daß mir bei dem Anblick dieser Verfasfungs-kämvfer etwas bassermännisch zu Muth wurde. Vor Allem dererbsündliche demokratische Geldmangel war es, der uns beidem Anblick dieser furchtbar entblößten und unbewaffnetenSchaar erschrecken ließ. Wie konnten wir es verantworten,solche Leute, denen erst das Hemd auf den Leib gegeben werdenmußte, so lange, bis ihnen Bedeckung und Bewaffnung an-geschafft war, einer Provinz zuzuführen, welche sie ernährenmußte und welcher es wohl auch nicht sowohl an Menschenals an Bewaffneten fehlte? Endlich flößte auch der Mangelan organisirenden militärischen Kräften gerechte Besorgnissewegen der Diszivlinirung dieser rohen Masse ein. Zitzund ich faßten den Entschluß, die Unbewaffneten zurück-zuschicken. Alsbald wurde diese Absicht, wiewohl noch
mann, der im Lauf der Begebenheiten zu einer Art Typus des sehrgemäßigten Liberalismus wurde, hatte im Frankfurter Parlament,von einer Reise nach Berlin zurückkehrend, in seiner Rede den schreck-lichen Eindruck geschildert, den ihm die unheimlich bewegte Stadtgemacht hatte, und bei den besonders pathetisch betonten Worten:„Ich habe Gestalten gesehen!" brach die Linke in ironisches Ge-lächter aus. Das Wort Bassermann'sche Gestalten blieb noch langenach 1848 sprichwörtlich.
Die Tagelöhnerbevölkerung, welche am Rhein beim Löschenund Laden der Schiffe und ähnlichen Beschäftigungen, ihren Lebens-unterhalt fand, galt von Alters her für ein besonders tumultuarischesund undisziplinirbarcs Element.