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3 (1895) Politische Schriften von 1848 bis 1868
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Sachen entwickeln würden, um nach einer entschieden gün-stigen Wirkung die gebratenen Kastanien zu verzehren.Mir wurde aufgetragen, unserem Korps Ordres zu über-bringen, wodurch auch diesem eine Theilnahme an jenenOperationen von den badischen Disponenten angewiesenwurde. Doch schien mir der ganze Entwurf sowohl alsdie uns übertragene Spezialität so bedenklich, daß ich er-klärte, erst eine Berathung mit unserem Kriegsrathe inKirchheim halten zu müssen. Dieser fand dann auch dieSache politisch und militärisch so unausführbar, daß wirdie Befolgung der Ordre unterließen, indem wir irgendeinen formellen Grund dazu auffanden. Der Erfolg bewiesnatürlich, daß wir zu jener Vorsicht berechtigt waren. Es war zum Theil diese Angelegenheit, die mich wiedereinmal nach Kaiserslautern zur provisorischen Regierungführte. Denn es war uns inzwischen von dort der Befehlzugekommen, uns den badischen Dispositionen zn fügen,welche eben jene erste unselige Verpuffung der Operationengegen Darmstadt zur Folge hatten, und ich wollte daherpersönlich unsere allerdings vom strikt militärischen Gesichts-punkte aus sündliche Weigerung rechtfertigen. An dieStelle Fenners war eine Militärkommission getreten, welcheaus fünf Mitgliedern, Techow,*) Bellst,**) Anneke,

Techow, gleich Anneke ehemaliger preußischer Nrtillerielieute-nant, der aus politischer Ueberzeugung zur Revolution übertrat.Techows Name wurde noch ein Mal häufig in Deutschland genannt,als er unter der kurzen Regierung Kaiser Friedrichs in Europa landete und an den Kaiser die Bitte richtete, daß man ihm erlaube,seine hochbetagte Mutter zu besuchen. Kaiser Friedrich wollte esnatürlich gewähren. Aber das Ministerium erklärte, daß ein fahnen-flüchtiger Offizier unter keinen Umständen, auch nach so langer Zeitund selbst für wenige Tage ungestraft zurückkehren dürfe. So mußteTechow, nachdem er die lange Reise, selbst im hohen Alter, eigensin dieser Hoffnung gemacht hatte, unverrichteter Dinge nach Austra-lien zurückkehren.

Beust war, wenn ich nicht irre, aus Sachsen.