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3 (1895) Politische Schriften von 1848 bis 1868
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ver! ssen wurde. Unterdessen war die von Ruppert unterBegleitung von Zitz wieder vorgerückte Kolonne nach Hoch-stätten , ihrem Standorte, zurückgekommen, ohne daß vonden angekündigten Preußen auch nur ein Mann zu sehengewesen wäre. Der lächerlichste blinde Lärm hatte einenMann zum Rückzug getrieben, der sich bei der erstenKanonenkugel in seinem militärischen Glänze bewährensollte. Die Kolonne bivouakirte in Hochstätten , jeden Augen-blick des Angriffs gewärtig, als plötzlich der Major Schlinke,welchem die Oberleitung der sämmtlichen Korps auf dernördlichen und nordöstlichen Grenze anvertraut wordenwar, mitten in derselben Nacht in unserem Lager eintrafund erklärte, er hege die feste Ueberzeugung, daß vomAlsenzthale aus kein ernstlicher Angriff bevorstehe, vielmehrderselbe auf der Ostgrenze zu gewärtigen sei. Er gab alsoBefehl, die sämmtlichen Truppen wieder nach Kirchheim-bolanden zurück zu dirigiren und nur an einigen äußerstenGrenzpunkten eine Scheinbesatzung zurückzulassen. Die Vor-aussicht hat sich später bewährt; doch freilich nichts genützt,eil keine Mittel da waren, die beste Vorsicht nützlich zumachen. Am Morgen wurden also, da es der Eile bedürfte,und die Leute durch ewige Märsche, durch Bivouakiren undRegemvetter sehr herunter waren, so viel Wagen als mög-lich requirirt und sämmtliche Kompagnien glücklich auf den-selben untergebracht. Am Abend war wieder Alles inKirchheimbolanden , von wo man mit großem Kraftaufwandvor wenigen Tagen aufgebrochen war. Am selben Tag es war der 12. Juni hatte Schlinke mit Blenker, Zitzund einiget? Anderen in Grünstadt eine Berathung überdie militärische Lage der Pfalz . Das Resultat derselbenwar eine Art kurzer Denkschrift an das Oberkommando derPf Iz, welche ein zu klares Licht über den Stand derDinge verbreitet und für die Rechtfertigung lhrer Verfasser