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wieder an mit der Erzählung, die Preußen seien im An-marsch, er habe der Besatzung von Hochstätten Ordre ge-geben, sich nach Alsenz zurückzuziehen, und das gesammteKorps solle sogleich den Rückzug antreten! Gleichzeitigkam eine Depesche von Kaiserslautern , worin Ruppert, derwohl im Gefühl seiner Unfähigkeit seine Abberufung ver-langt hatte, zurück beschicken wurde. Im Nu war auchder Wagen angespannt und Ruppert im Begriffe, mittenunter diesen kritischen Umständen abzureisen. Zitz machteihm die heftigsten Vorstellungen über die Unzulässigkeiteines solchen Verfahrens und erlangte, da Ruppert einsehr unselbständiger Mensch war, daß dieser dablieb unddaß die Besatzung von Obermoschel ausrückte, um demFeind entgegenzugehen und die aufgegebenen Positionen,mit oder ohne Kampf, wo möglich wieder einzunehmen.Die Kolonne rückte gerade aus Obermoschel fort, als ichvon Alsenz kommend dort eintraf. Ich blieb dort undZitz zog mit aus. Kaum war die Kolonne weg, so trafdie Besatzimg der Ebernburg ein. Die Kompagnie hatteseit langer Zeit dort unter Entbehrungen jeder Art garni-sonirt. Es war für den größeren Theil nicht einmal einObdach da, und sie hatten uuter freiem Himmel ohne Be-deckung die Nächte zubringen müssen. Die Burg liegt be-kanntlich an der Nahe. Auf Schußweite gegenüber standder preußische Posten, der Fluß war an vielen Stellenober- und unterhalb zu durchwaten, und die sonst sehrwackere Kompagnie war von der überall grassirenden Be-sorgniß ergriffen worden, sie könne von hinten her aufihrem isolirten Berge, auf dem nicht für zwei Tage Nah-rung war, abgeschnitten werden. Das Mißtrauen in dieoberste Führung war hier abermals einzig allein der Be-weggrund, daß eine wichtige Position, ehe es noch irgend-wie zum Ausbruch von Feindseligkeiten gekommen war,