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und ging den ganzen Tag stumpf, müßig und rathlos herum.Ich schrieb also an Techow, daß man ihn durch einen fähigenMenschen ersetzen möge. Techow antwortete: „Indem ichIhnen für Ihren Brief danke, bedaure ich, daß die Wahldes Major Ruppert Sie nicht besser befriedigt hat. NachAllem, was der General von R. sagt, bin ich überzeugt,daß die erste Kanonenkugel Ihnen Ruppert in einem anderenLichte zeigen wird, als er Ihnen bisher erschien. Leiderhaben wir einen solchen Kommandanten, wie Sie ihn wünschenund in der That nothwendig gebrauchen, nicht disponibel.Behelfen Sie sich also vorläufig,so gut es gehen will." zc.zc.—Was war da zu macheu, als auf die erste Kanonen-kugel zu warten? Wir zogen also mit Mann und Mausin's Alsenzthal, die Besetzung der Grenze gegen Rheinhessender Pfälzer Volkswehr überlassend. Wir machten zugleichdas Oberkommando darauf aufmerksam, daß das mit demAlsenzthal parallel laufende Lauterthal auf unserer linkenSeite nicht besetzt und daher Gefahr vorhanden sei, daßwir durch eine von da eindringende Kolonne umgangenwürden. Die Position wurde darauf hin besetzt; wie? wirddie spätere Entwicklung zeigen. Als wir im Alsenzthaleunsere Kantonnements bezogen hatten, die sich von Ober-moschel hinauf bis zur Ebernburg und von da herab bisMünsterappel zogen, während sich das Hauptquartier undDepot rückwärts in Rockenhausen befand, trieb Zitz denneuenKommandanten an, die ganze Gegend zu rekognosziren.So geartet war dieser Mann, daß es einer energischen Auf-forderung von anderer Seite bedürfte, um ihn dahin zubringen, daß er das Terrain besichtige, auf dem er ope-riren sollte und in welchem allein fast die Vertheidigungs-mittel lagen; notabene: durch die Karte war er mitdem Lande gar nicht vertraut gewesen. Ruppert rittweg, kam aber nach zwei Stunden schon in Noth und Hast