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doch Allen so, wie mir. Ich entsinne mich kaum, einenMenschen von ruhigem Urtheil in der Pfalz gesprochen zuhaben, der Vertrauen gehegt hätte, und doch mochte Keinervor dem Angriff das Zeichen zum Rückzug geben. Manrechnete immer, am Aeußersten angekommen, noch auf Mög-lichkeiten des Glückes, und hätte Einer gewagt, vor demletzten Athemzug der Bewegung ihr das Ende durch denkleinsten Ruck zu befördern, tausend Berechnungen von zer-störten Chancen wären mit Zetergeschrei über ihn hergefallen.So fügte ich mich denn auch, ließ mich mit Aussichten, mitder Verheißung regelmäßiger Zahlungen und eines tüchtigenOberkommandanten vertrösten und ging schweren Herzensnach Kirchheim zurück. Am 4. Juni erhielten wir vom Ober-kommando eine Depesche des Inhalts: daß ein Angriff derPreußen von Kreuznach und Homburg aus mit großerWahrscheinlichkeit bevorstehe. Unser Korps solle deßhalbals Avantgarde in's Alsenzthal, wo schon ein Theil derselbenstand, einrücken, und dort auch die nöthigen Vorbereitungen,als Verschanzungen 2c., vornehmen. Der verheißene Kom-mandant aber blieb aus. Ich begab mich also nochmalsnach Kaiserslautern , um ihn zu verlangen. Sznaide stelltemir einen Polen Namens Ruvpert als die ersehnte Personvor. Die äußere Erscheinung war nichts weniger als em-pfehlend. Doch tröstete ich mich mit der Betheurung Sznaides,daß Ruppert in dem Krieg von 1830 sein Adjutant gewesennnd ein ausgezeichneter Militär sei. Er war seit der Emi-gration in Frankreich beim Chausseebau mit einer niederenCharge angestellt gewesen. Die Unterhaltung auf der Reisevon Kaiserslautern nach Kirchheim verwischte mir den üblenEindruck nicht, und die ersten Tage, die der neue Kom-mandant bei dem Korps zubrachte, überzeugte uns, daß erweder allgemeine Intelligenz, noch besondere Sachverständig-keit besitze. Er wußte auch nicht das Geringste anzufassen