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3. in dem ersten Bataillon Volkswehr zu Göllheim ,ungefähr 2000 Mann stark, und
4. in dem Neustädter Bataillon, 600 Mann stark;daß aber die drei ersten Korps nur sehr unvollständig
und ungenügend bewaffnet und viele Waffen unbrauchbarsind, daß namentlich das erste Bataillon Volkswehr nurzu zwei Drittel und auch diese theilweise nur mit Sensenbewaffnet, die Leute überdies erst zwei bis drei Tage zu-sammen, und daher weder organisirt noch disziplinirt sind;
daß ferner ein höchst fühlbarer Mangel an den nöthigstenArmirungsstücken herrscht, indem z. B. das erste Bataillongar keine Patrontaschen hat, dem übrigen Korps solcheheilweise, Allen aber Schuhe und Kleidung fehlen.
In Erwägung, daß diese kleine Zahl die Aufgabehaben soll, die ganze Nordgrenze zu überwachen, undnamentlich die drei gefährdeten Straßen zu besetzenund zu vertheidigen — es daher nöthig wäre, sieauf beiläufig 7 Stunden hin zu dislociren, diese Zer-splitterung aber augenscheinlich jeden Widerstand an deneinzelnen, mit Uebermacht von einem disziplinirten undwohl gerüsteten Korps angegriffenen Punkten unmöglichmacht und nur ganz nutzlose Opfer bringen heißt.
Daß daher unter so verzweifelten Umständen ein zeitigerRückzug in eine Gegend, wo Widerstand eher möglich ist,als von der Nothwendigkeit geboten erscheint, und dieUnterzeichneten es für ihre Pflicht hielten, diesen Rückzug,und zwar nach Neustadt hin, auszuführen, um sich dortmit den etwa noch organisirten Pfälzer Streitkräften zurCernirung Landaus, zum Widerstande am Gebirge oderzur Deckung der Rheingrenze zu vereinigen, was allein beider Unmöglichkeit, das Land zu vertheidigen, eine militärischeBedeutung haben kann.