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rheinischer Katholik, dessen liberalreligiöser MiMzismus sich gutmit verwandten Zügen im Naturell der beiden anderen vertrug,von Wien aus schrieb der aus Amerika zurückgekehrte Julius Sröbelim selben Sinn. — In der festen Überzeugung, daß es ein natio-nales Unglück für Deutschland märe, sich in diesen Strudel mit hin-einziehen zu lassen, fühlte ich den unwiderstehlichen Drang, einenIVarnungsruf zu erheben. So schrieb ich im Mai bei Ausbruch desKrieges sofort den hier folgenden Abschnitt. Aber es war, unddas begreift sich bei einem Blick in den Text, nicht möglich, inner-halb Deutschlands einen Verleger für diesen heftigen Ausbruch zufinden. Auch schien es mir aus verschiedenen Gründen nicht an-gezeigt, mit meinem Namen herauszutreten. Über dem Suchennach einem Verlag verstrich viel Seit, und die Bemühungen, Preußen zu übertölpeln, griffen immer mehr um sich. Da half Karl Vogt in Genf . Cr teilte ganz meine Ansicht und hatte selbst eineFlugschrift im gleichen Sinne verfaßt.*) Durch seine Vermittlungwurde'.das „Juchhe" bei Reinhold Baist in Frankfurt a. M. heim-lich gedruckt und mit der Verlagsangabe „Bern und Genf , VogtsVerlag, 18Z9" in Deutschland verbreitet. Ehe aber noch der Druck-fertig war, war nun auch der Monat Juni vorübergegangen undAnfang Juli der Friede geschlossen. So empfahl es sich auch,dieses Ereignis noch zu berücksichtigen und die Schrift mit einemAnhang zu versehen, der jedoch im Nachstehenden, als wenigerbezeichnend für den damaligen Meinungskampf, nicht wieder-gegeben ist
,Iuchhe nach Italia" erregte ziemlich viel Aufsehen und An-feindung. Julius Lröbel in seiner Flugschrift „Deutschland undder Sriede von villafranca" erklärte es für eine von der französischenRegierung bezahlte Arbeit. Der Name des Autors blieb, wenigeEingeweihte ausgenommen, unbekannt. Ich antwortete unter diesemAnonymat noch in einem „Offenen Brief an Julius Sröbel", der