stimmten, und geruhten in landesväterlicher Huld einennicht unansehnlichen Teil dieser Summen auf das Budgetdes ruhmreichen Karolinums und zur Verschönerung land-gräflicher Parkanlagen, zu welchen an Sonn- und Feier-tagen auch die getreuen Kasseler Bürger Zulatz hatten, aus-zuwerfen. Hierauf ließen Durchlaucht dero Leibschimmelvorführen und begaben sich zum Paradeplatz, wo der letzteTransport der an das Ministerium North verkauften Sol-daten aufgestellt war, und den gnädigen Landgrafen miteinem wohleinstudierten: Juchhe nach Amerika ! empfing.Was damals die kleinsten deutschen Landesherren mit ihrengetreuen Unterthanen ausrichten konnten, das läßt sich auchheute noch mit einigermaßen veränderter Manier durch-führen. Denn es ist bekannt, daß man dem wackerenHessensürsten Unrecht thut, wenn man glaubt, er allein habediesen sauberen Menschenhandel betrieben. Hessenland warnur damals, wie zu aller und neuester Zeit, das erhabeneMusterbild eines patriarchalischen deutschen Regiments.Waldeck, Anspach, Anhalt-Zerbst, Braunschweig und Hannover oblagen der nämlichen Industrie, und nicht bloß in denVereinigten Staaten , auch am Kap und in Batavia kämpf-ten die wackeren Deutschen für fremden Despotismus zurBereicherung ihrer Souveräne. So verstanden allzeitdeutsche Fürsten die Handfestigkeit ihrer Landeskinder fürihre Privatzwecke zu benutzen, und so übten sie diese Kunstmit besonderer Vorliebe da, wo es galt die Ansprüche desAbsolutismus gegen irgend ein nach Unabhängigkeit ringen-des Volk zu verteidigen. Was wir heute sehen, ist ganzdasselbe Schauspiel, nur mutatis mutanäis. Das Handgeldfür die an Österreich zu leistende Hilfe gegen Italien wirdzwar nicht in blanken Thalern verrechnet, allein die Trieb-seder ist, wie damals, die Erhaltung und Befestigung derpartikulären Landessouveränetät, welche durch eine nationaleBewegung des Kontinents und durch die Erschütterung des
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