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3 (1895) Politische Schriften von 1848 bis 1868
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wolltet, nur ein klein bischen armseliger Logik, nur den ein-fachen Satz der Kriminalistik zur Anwendung bringenwolltet: ^>8 ksoit eui xroässt, d. h, der ist der Thäter, welcherden Nutzen davon hat. Ist es Euch denn noch gar nichteingefallen, warum die Herren von Bayern , von Nassau,von Hannover , ja sogar von Kurhessen auf einmal so wütigpatriotisch geworden, warum auf einmal aus dem Munddieser teilungsseligen Selbstherrscherlein das große ganzeDeutschland so armsdick hervorquillt, und warum sie beinahdem Gedanken nahe kommen, die schwarzrotgoldene Fahnenicht mit dem Zuchthause zu bedrohen?

Merkst du denn gar nichts teurer Michel? Ach, dumerkst es wohl, aber du willst es nicht merken. Es ist soselig, auf Anstiften einer hohen Obrigkeit zu brüllen! Dasist das ganze Geheimnis. Ist denn diesem Volk wirklichnoch zu helfen! Einem Volk, das nicht in Hohngelächterausbricht, wenn Habsburg von deutschen Brüdern spricht,eineni Volk, das nicht stutzig wird, wenn die Jesuiten vonNationalität predigen, einem Volk, das nicht in Unwillengerät, wenn seine Winkeldespoten das Vaterland in Gefahrerklären? Seht ihr denn nicht, was in Gefahr schwebt?Die österreichische Hausmacht schwebt in Gefahr, das bösePrinzip Deutschlands , und darum alles, was zusammen-wurzelt mit diesem böseu Prinzip, die Vielherrschaft, dieZerstückelung, die Dunkelheit, der Jesuitismus, der Rück-schritt und die Luderwirtschaft des patriarchalischen Polizei-regiments in allen Graden und Formen. Wahrlich, eineNation, die nicht von Abscheu und Ekel ergriffen wird,wenn österreichische Kaiser von deutschen Brüdern und vonnationaler Einheit sprechen, ist schwer zu retten. Ist auchnur ein Schimmer von Möglichkeit vorhanden, daß einHabsburg anderes wollen könne, als die Ohnmacht deutscherStämme, als die Verläugnung aller Nationalität? In dem-selben Augenblick, wo der Herr von Buol ein Rundschreiben