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meister sterben. Und wie sie schüren, wie sie jauchzen dieguten Landesväter, wie sie patriotisch glühen! Natürlich,sie wissen warum, nur gar zu gut! Österreich ist der Fels,aus dem ihre Kirche steht, Österreich der Eckstein des Kerkersdeutscher Einheit und Freiheit, dessen vierunddreißig Zellensich öffnen würden, wenn die schwarzgelbe Fahne in Frank-furt herabgerissen würde, wenn einer rein deutschen Machtdie Möglichkeit in den Schoß fiele, den faulen Plunder raub-ritterlicher Souveränetäten mit einem kräftigen Stoße inalle Winde zu zerstreuen und aus Deutschland einen wirk-lichen Staat zu machen. Darum singt Wittelsbach deutsche Lieder, darum hält Nassau Wachtparaden, darum veranstaltetHessen-Darmstadt Nationalgeistsausbrüche. O diese Wackern!Wie sie vor Rußland, wie sie vor Frankreich krochen, alsder Wind des Despotismus von der Newa und der Seineher blies. Jeder schickte seinen winselnden Tribut zu demGesellschaftsretter in den Tuilerien und errichtete dem Zareneinen Hausaltar. Jetzt aber sind sie Franzosenfresser undSlawophoben geworden. Derselbige darmstädtische Herzog,welcher jetzt gegen das russenfreundliche Bündnis wappnet,verschrieb sich einen französischen Credit Mobilier aus Paris und führte russische Klassifizirung und Uniformirnng in sei-nem Ländchen ein, um dem Kaiser Nikolaus näher zu rücken.Ja auch Kurhessen, erhabenen Sinnes, wird deutsch begeistert,vom edlen Hannover nicht zu reden, lauter Schwärmer fürEinheit und Fortschritt. So auch die württembergische Reichs-ritterschaft, welche mit einer Hand ihre modrigen Pergaments-privilegien und mit der andern das deutsche Einheitspanierträgt. Je mehr sich einer um die Entmündigung, Kränkung.Niedertretung deutscher Nationalität verdient gemacht, destolauter schreit er jetzt. Ja ihr Herren, wenn Deutschland nicht zu ewiger Blödheit verflucht wäre, es könnte euch schönzu Leibe rücken; wenn dem Habsburger Geier die Krallenabgehackt, wenn die kleineren Raubvögel aus dem Schutze