schub zu leisten, ist England durch Familienbande verhindert,solchen Widerstand in den Weg zu legen, als es sonst wohlzu thun versucht wäre. Und alles das trifft sich glücklicherWeise vor Ablauf des ersten Dezenniums nach Deutschlands letztem Rettungsversuch. Ja, man hätte hoffen dürfen, daßwir noch nicht so ganz und gar vergessen hätten, was wirvor zehn Jahren geträumt, und welche unerhörten Miß-handlungen, Enttäuschungen, welche Abläugnungen undNiedertretungen wir seitdem erfahren haben. Ja man hättees hoffen dürfen, aber Deutschlands Unstern — so scheintes — ist mächtiger als alle Kombinationen, welche uns dasGlück in den Schoß wirst. Wie kommt es. muß man sichfragen, wie ist es nur möglich, daß eine eben aus derSchule der teuersten Erfahrung hervorgegangene Nation ihrHeil so mit Füßen treten, ihre Erlösung mit Wut von sichstoßen könne? O König Lear, o König Lear, wie sehe ichdich dereinst, die Haare ausraufend in der Wildnis irren,wenn dich die vorgezogenen Töchter Austria und Bavariamit Peitschenhieben werden von ihrer Thür jagen lassen!
Freilich erklärt sich zum Teil aus der großen Möglich-keit der Rettung die Größe der Gefahr, denn die Kleinfürstenund ihr Anhang, welche die Dinge viel besser verstehen alsihre getreuen Unterthanen, setzen Himmel und Erde in Be-wegung um die öffentliche Meinung auf den österreichischenAbweg zu führen. Jetzt hört man auf Hofburgen, aufWachtparaden und Regierungsbänken nichts als Deutschland und Brüderschaft rufen. Das erbärmliche Nassau, welches,um eine landesangehörige Dorfschenke zu protegieren, jahre-lang sich dem Anschluß nachbarlicher Eisenbahnen widersetzt;welches um einiger Thaler Einkünfte wegen die Aufhebungder Rheinzölle verhindert und in souveränem Starrsinn,gegen den Willen aller größeren Uferstaaten den deutschenStrom veröden läßt, diese Duodeztyrannen, Spielbordell-besitzer und kaiserlich russischen Regimenisinhaber machen