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dem Gruseln der Bewunderung die überwältigten Heroenunter den Händen der Kroaten verbluten zu sehen; dannwird er sein hochpoetisches Probatum vielleicht in vertrau-lichem Kreise aussprechen; aber mit fremder Interventionfrei zu werden, pfui der Schande! das ist ja gar nicht derMühe wert! Fremde Intervention! als wäre die ganzepolitische Geschichte der letzten Jahrhunderte etwas anderesals eine Kette solcher fremden Einmischungen. Erstlich vonder Einmischung zum Vorteil dynastischer Interessen zu reden:was waren die drei Teilungen Polens anders? Und dannkam die Intervention Preußens in Holland zu Gunsten derOranier von wegen der bloßen Verschwägerung; und danndie Koalitionen gegen die französische Republik zu Gunstender Bourbonen; weiter das Einschreiten der Bourbonen selbstwieder für ihre Vettern in Spanien , und die österreichischenEinmärsche durch ganz Italien , schließlich nicht zu vergessendie Rettung Habsburgs durch die Russen in Ungarn . Nichtwahr, in allen diesen Fällen und vielen vorhergegangenenist die fremde Intervention kein Gegenstand des Abscheusfür die prinzipberittenen Staatshistoriographen? Möchte aberein entwaffnetes geknebeltes Volk durch fremden Zuzug freiwerden, dann satteln die Herren ihr großes trojanisches Ab-schreckungspferd, dessen Bauch von Gefahren schwanger geht.Ist nicht die eigene österreichische Residenz noch zur rechtenZeit durch den wackern Polenkönig von den Türken befreitworden? Hätte Nordamerika ohne die Hilfe Spaniens undFrankreichs das englische Joch abschütteln können? Sinddie Griechen Engländer oder Franzosen geworden, weil siedurch die anglofränkische Allianz aus den Händen der Türkengerissen wurden? Ist Belgien nicht einzig und allein mitHilfe der französischen Bayonette zu einer staatlichen Selbst-ständigkeit gelangt, die sich zu seinem Besten gewendet hat?Man sieht es: so viele Befreiungen von Fremdherrschaft,so viele Interventionen weist die Geschichte auf, und es wäre