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Aufmerksamkeit auf den oratorischen Teil um so wenigersachlich begründet, als in Wahrheit auch die besten Redenin solchen Versammlungen Niemanden von der einen Seitedes Hauses auf die andere hinüberreden. Ein Jeder kommtja doch mit seiner fertigen Parteiansicht, weil mit seinemfertigen Interesse, in die Versammlung, und alle Kraft-entfaltung an Geist und Wort läuft zuletzt auf nichts hin-aus, als auf die theoretische Rechtfertigung der im Voraus-des Sieges und auf die theoretische Satisfaktion der imVoraus der Niederlage gewissen Seite eines Hauses.
Wirf nun, wenn ich bitten darf, einen Überblick rück-wärts auf die eben zusammengestellten Erscheinungen undsage mir ehrlich, ob dir nicht überall das kalte Wassertheoretischer Abstraktionen, erdichteter Voraussetzungen undschattenhafter Luftgebilde über dem Kops zusammenschlägt.
Willst Du hierzu aber noch beherzigen, daß diesendunstförmigen Gedankenanstalten gegenüber in jedem Staatedes Festlandes eine Institution vorhanden ist, welche genauden Gegensatz zu ihnen bildet, nämlich eine mit höchst kör-perlichen Flinten und Kanonen ausgerüstete, mit Fleischund Brot genährte, in besonderen Fällen mit Branntweintraktirte. stehende Armee, so kannst du dir unmöglich ver-bergen, wie eitel das Vertrauen in die Tauglichkeit jenerrein geistigen Turniere sei. Ich bin aus Gründen, die ichein ander Mal entwickeln werde, dem Elihu Burrit undder ganzen quäkernden Olivengesellschaft von Herzen abhold,aber Eines scheint mir doch klar: so lange es massenhaftestehende Heere giebt, und so lange vollends diese Armeeneinem abgesonderten Inhaber der sogenannten exekutivenGewalt, im Gegensatz zur legislativen, in die Hände ge-liefert sind: mit anderen Worten, so lange der eigentlichgebietende, d. h. gesetzgebende Körper nur eine Zunge, dergehorchende aber, d. h. der ausführende, Zähne und Hörnerhat, so lange bleibt das Ansehen und die Macht der Par-