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3 (1895) Politische Schriften von 1848 bis 1868
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selbst das erhabenste, untrennbar an den Stoff gebundensei, sich für verpflichtet halten, die Fülle ihrer Verachtungüber alle dem reinen Denken zugewandten Zweige desWissens auszugießen. Während der Gewaltstaat und dieHochkirche die radikalen Physiologen < um Wkami^ von ihrenLehrstühlen relegieren, erziehen diese ihnen die Jugend zueiner Verachtung der Philosophie und zu einer ausschließ-lichen Verehrung der praktischen Fächer, welche für Scepterund Krummstab so recht gleichgültige und fügsame Unter-thanen nach dero Herzen formen. Und wären sie nochselber wirklich so schlimm, als sie uns möchten glaubenmacken! Aber mit Nichten. Auf gleiche Weise, wie du,schmollender Fortschrittsgeist, zu eigenem Seelentort dieHerrlichkeit der rohen Thatsachen predigst, auf gleiche Weisesind alle jene Kraftstoffel und Kreisläufer im Gruude ihresHerzens verkappte Philosophen, nur nicht immer sehr scharfe;ja derselbe Trieb des abstrakten Denkens, den: sie Hohnrufen, hat ihren Wahrheitseifer angezündet, und die Logik,deren sie spotten, liefert ihnen die Waffen zu ihren Ex-perimenten,

Bohren sich Esel, wissen selbst nicht wie.

Doch davon ein ander Mal. Einstweilen lerne von Jenen,welche die Federn bezahlen, um zu beweisen, daß die Ka-nonen recht haben; lerne von der Kanone selbst den Re-spekt vor der Feder, d. h. vor dem Reich des Gedankens.

Wie sich immer der Mensch drehe, sein Leben ist ganzund gar im Geiste, sagt irgendwo mit großer Wahrheit einmoderner Materialist, der im Übrigen nicht immer so ein-fach und richtig sieht (Proudhon). Und also bleibt es. Solange es ein menschliches Ich giebt, d. h. eine die räum-lichen und zeitlichen Vorgänge in Vorstellung und Urteilzusammenfassende Empfindung, und so lange diese Thätig-keit der kennzeichnende Akt menschlichen Lebens ist. so lange

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