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die man verabscheut und die man stürzen will, ein Spielund einen Scherz zu machen. — Obgleich ich noch beinaheein Kind damals war," schließt Moore, „erinnere ich michdoch noch heute, wie ich betroffen stehen blieb vor demmännlichen und einfachen Geist, der in diesen Wortenwehte."
Und in der That weht aus der Mahnung des Helden-jünglings zu uns selbst von seinem Grabhügel auf dergrünen Insel eine ernste und hehre Weisung herüber. Esliegt über dieser edlen Rede etwas von der still gebietendenMacht der Wahrheit ausgebreitet, die keiner Erörterung be-darf, sondern wie ein Strahl leuchtender Erkenntniss mit-täglich senkrecht in unseren Geist hinabfällt. Alle die, welcheden Kampf mit ihren Unterdrückern noch nicht zum glor-reichen Ende geführt haben, mögen solche Lehre tief be-herzigen.
Es gab eine Zeit, in der es trauriger mit uns bestelltwar, als heute, und in der es uns gleichwohl eher erlaubtsein mochte, über das Elend und die Schwäche unserer Zu-stände zu spotten. Es ist auch zum Teil nur schlechte Ge-wohnheit und überkommene Form, wenn wir uns nochimmer gern der Jronisierung unseres öffentlichen Wesensmit einer gewissen Leichtigkeit hingeben, deren bedenklicheSeiten nicht schwer zn erraten sind.
Jeder Befreiungsprozeß zerfällt notwendig in zwei Ab-schnitte. Der erste verläuft im Ringen nach der eigeneninneren Aufklärung. Er gilt der Befreiung von sich selbst,der Abstreifung der Bande, welche den eigenen Sinn desVolkes gefangen halten. Der zweite Abschnitt hingegen istder Ausscheidung der feindlichen Mächte gewidmet, welche,selbst Überreste unfreier Anfänge, dem fortentwickelten Volke