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3 (1895) Politische Schriften von 1848 bis 1868
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losigkeit für sich hat. und in Übergangsperioden sind Geister,wie Körper am sorgfältigsten vor Exzessen zu bewahren.Die Anführer einer noch so radikalen Partei sollen wederSkandal noch Konflikt durch die Wahl ihrer Formen er-regen, aber sie sollen dem noch nicht lange und vollständiggenug begrabenen Aberglauben von der Herrlichkeit, Weisheitund Anbetungswürdigkeit der zufallsgeborenen Macht nichtunnützen Vorschub gewähren. Und das reißt sehr bei unsein. Lxsraxlg. sunt oäioss..

Wir sind noch lange nicht genug im Lande der Ver-nunft eingebürgert, um mit den Wirkungen solcher demorali-sirenden Thorheit gedankenlos zu spielen. Die allmächtigeInquisition darf sich den frommen Spaß erlauben, mitweinerlicher Grimasse auszurufen:Leolssia abtiorrst asanAums«, aber wir armen, zu bratenden Sünder werdenuns hüten, gerührt mitzulachen. Es ist eine alte, abgenützteund erbärmliche Taktik, die nie eine Revolution gerettet hat,im eigenen Namen eines Souveräns gegen denselben Kriegzu führen. Sie ist in Schleswig-Holstein und zuletzt auchwieder in Ungarn zu Schanden geworden. Kein Souveränist so dumm, iu diese Falle zu gehen, und die Völker könntenwie so Vieles, auch das von ihren Herren lernen. Wo diekönigliche Gewalt wirklich, nach Absicht des konstitutionellenSchemas, ebenso der faktischen Gewalt, wie der faktischenVerantwortlichkeit entkleidet ist, mag es angehen, ihr denwohlfeilen Honig ihrer Weisheits - und Liebesfülle in unge-messenen Gaben zu kredenzen und alle Schuld, wie allenFluch auf den breiten Rücken der Umgebung auszugießen.Wo aber die Sachen noch hundsrt Jahre hinter solchen Ver-hältnissen zurückgeblieben sind, da ist solcher Schwall ge-schmacklos, widerwärtig und verderblich, grade so wie es aufder anderen Seite frech und albern ist. wenn einige lumpigeWinkeldemonstrationen dem öffentlichen Ausspruch eines