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mit welchen Nöten immer — das Recht der Freiheit seinenschweren Kampf zu kämpfen; im übrigen Deutschland hatdas Recht der Einheit — und ein Recht ist es, dem anderenvollauf ebenbürtig, — seine Sache durchzusetzen. Wer dameint, es könne gelingen, in Bayern, Württemberg undBaden einen grünen Garten der Freiheit anzulegen, währenddas Land nördlich vom Main unter einer Decke von Schneeund Eis erstarren werde, dem haben wir allerdings nichtszu sagen; und wer sich von der positiven Unausführbarkeitsolcher Hirngespinste Rechenschaft gibt und versichert, es seidennoch nichts zu thun, als seinen Grundsätzen gemäß zuprotestieren und zu hoffen, dem lassen wir ohne Neid seinotwra ourll äi^uiww. Möge er, sich Ehrenkränze flechtend,weiter singen: „Hoffnung, du sollst uns im Leben liebendund tröstend umgeben!" Nicht Jedem ist es erlaubt, sich zurreinen Priesterschaft geweiht zu halten und die Arbeit zu ver-schmähen, weil sie der Erniedrigung und Herabsetzung nichtentgeht. Arbeit gibt es dermalen die Hülle und Fülle, undwer in sich Kraft, Lust und Überzeugung fühlt, den treibtes um so mehr dazu, je größer und undankbarer zunächstdie Aufgabe ist. Kein Preis winkt unserer Mühe, kein Paria«mentssitz ladet uns zur Ruhe ein. Heimatsverlustig zu Hause,nie in der Versuchung gewesen, heimisch zu werden in derFremde, deutsche Bürger iu pgMous WlläLlwro und korre-spondirende Ehrenmitglieder mehrerer vaterländischer Zucht-häuser, dem Süden zustimmend durch die Empfindung, demNorden durch die Besinnung, so treten wir die Wanderschaftan, um das übel gelittene Wort der Einigung zu predigen.Und wenn wir Johann Jacoby begegnen, so wird er uns dieHand nicht weigern, trotz allen Groß-Jnquisitoren des Reichs!
Wie aber, wenn festgestellt werden soll, daß vorzugs-weise der preußischen Volksvertretung die Pflicht auferlegtsei, am Recht der Freiheit festzuhalten, wie ist damit dieJndemnitätserklärung zusammenzureimen? Diese ist es ja,
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