Vorbemerkung
^)er Aampf um die Wahl zum Zoll-Parlament war in Mainz einer der heftigsten von allen, die seit dem Jahre ^8öö in Deutsch-land dnrchgefochten wurden. Aus der einen Seite standen, unter der-selben Lahne geeinigt, die in der Stadt wie im Landbezirk sehr starke,vom streitbaren Bischof Ketteler geleitete ultramontane Partei mitihrer Anhänglichkeit an Gsterrcich und die ebenfalls zahlreiche Parteider süddeutschen Demokratie, welche aus Grundsatz, aus Antipathiegegen Preußen wie in Vertretung eines großdentschen Programmseinen dem Anschluß des Südens an den Norddeutschen Bund seind-scligen Abgeordneten nach Berlin entsenden wollten. Beide erfreutensich der ganzen Gunst der Darmstädtcr Regierung unter dein Ministervon Dalwigk, der seit langen Jahren die Seele aller kleinstaatlichenIntriguen gegen Preuße » gewesen war. Regierung wie Geistlichkeithatten das Gpfcr gebracht, einen radikalen demokratischen Mhrer,den Advokaten Dümont, als Kandidaten anzunehmen. Dieser gefähr-lichen und mächtigen Koalition galt es den Sieg zu entwinden. Jcbwar erst im Laufe des Winters wieder nach Mainz gekommen uudhatte mich im Iiausc meines dort ansässigen Bruders häuslich ein-gerichtet. Meine Freude an der Wiedergeburt Deutschlands , meinelange zurückgehaltene Sehnsucht nach thätiger Teilnahme an dessenpolitischem Leben beseelten mich mit einem Feuereifer, de« ich fügend-