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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
Entstehung
Seite
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mmg auf Preußen zu setzen. Es war nicht immer so! Eswar eine Zeit, wo die, welche sich jetzt bekreuzigen, wennvon Preußen die Rede ist, gar nicht so verzweifelt waren.Ich erinnere an's Jahr 1859, wie der Prinzregent nachFrankfurt kam, und wie ihm damals Ovationen gebrachtwurden nnd der Frankfurter Bürger mit Zutrauen zu ihmHerautrat uud der Himmel voller Baßgeigen hing, und wieder Nationalverein, dem ein großer Teil unserer jetzigenDemokraten angehörte, gegründet wurde, uud der doch auchnur auf Preußen seine Hoffnungen setzte. Sie sehen also,selbst uach der Auffassung derer, die uns heute so ver-werflich finden, weil wir nicht verzweifeln, unter Preußens Führung Deutschland zn einigen, war es nicht immer sobeschaffen, nnd im Flng kann die Sache überhaupt nichtgeschaffen werden, wenn wir's auch für möglich halten,Deutschland unter Führung Preußens zn einigen. Wersehr leicht hofft, meine Freunde, der verzweifelt auch sehrleicht. Diejenigen Lcnte gerade, die beim Eintritt jenerneuen Aera dem neugebackenen Regenten znjanchzten, die,welche gleich Haud uud Herz ihm boten, ^ die sind, alses nicht geglückt, in derselben Verzweiflung umgekehrt. Dieaber, nnd ich rechne mich dazu, die kein Vertrauen in jeneneue Aera hatten, uud nicht jenem Nationalverein an-gehörten, die erst sehen wollten, ehe sie glaubten, dieglauben aber auch, nachdem uud weil sie gesehen haben;nnd uachdem wir gesehen haben, daß durch Preußen sicht-bare Ziele zu erreichen sind, sind wir auch berechtigt, zuhoffcu, daß aus Preußen Deutschland werden kann. Dennjenes Preußen ist nicht allein eine Dynastie, uud es istauch uicht die Monarchie jenes preußische Volk, das seitzwanzig Jahren der Führer in der Entwicklung politischerFreiheit, in der Besprechung aller politischen Angelegen-heiten Deutschlands war, ans das wir so lange mit Be-