Druckschrift 
4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
Entstehung
Seite
61
Einzelbild herunterladen
 

01

offenen Augen betreibende, Deutsche imstande wäre, charakteri-stische Beiträge zn solchen Studien aus seiner Erfahrungzu liefern, nnd daß die Nation über die Summe von Miß-ständen, welche ein Jahr solcher Betrachtungen an den Tagfördern müßte, vor sich selbst erschrecken würde.

Sehen Sie, ich lebe schon lange im Auslande, aberselbst da entzieht man sich nicht den peinlichen Entdecknngendieser Art, sobald man nur durch internationale Verhält-nisse mit deutscheu Einrichtungen in Berührung kommt.Handelt es sich z. B. um die Regelung des Verkehrs miteiner nachbarlichen Eisenbahn, so greift man allsogleich indas Wespennest der groß nnd klein durcheinander gezetteltenSouoeräuetätsverhältnisse hinein. Zunächst habeu Sie esda mit der Landesregierung von Flachsenfingen zn thuu.Diese Maschine ist natürlich an sich so schwerfällig uudumständlich wie die des allergrößten Staates mit zentrali-sierter Kanzleiwirtschaft. Aber kaum sind Sie einen Schrittin diesem Rädermerk vorangediehen halt! da geratenSie iu einen Faden des Deutschen Bundes , und alsolinksuin marsch! zu den Psvrten des Frankfurter Kollegiums,daselbst Verweisung an die Militärkommissivn.

Wenn alle die harten, saumseligen Prüfungen be-standen sind, wenn die Herren von der Militürkommission,die sich mit den Unterthanen des betreffenden engerenVaterländchens außerordentlich wenig identisch fühlen, herab-lassend genug gewesen sind, das Gelingen einer flachsen-singischen Eisenbahn nicht als eine höchst gleichgiltige Sachezn betrachten, so geraten Sie endlich an eine neue Stufedes RegierungSsegefeners von wegen des Zoll- nnd Transit-wesens. Der Staat gehört zum Zollverein und kann aber-mals nicht eigenmächtig entscheiden. Also rechtSnm! marsch,an die kompetente ZollvereinösteUe. Nun geht erst derrechte Jammer an. Zu jeder Modifikation bestehender An-