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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
Entstehung
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gleichzeitig mit der Möglichkeit eines thatsächlichen Wirkensnahegelegt werde» kann.

Jede dieser zwei Bedingungen scheint mir erfüllt inder Vorzeichnung folgender Ausgabe:

Thatsachen in möglichst großer Zahl aus dem täg-lichen Leben zu sammeln, welche den Einfluß der Viel-staaterei auf Deutschlands Handel und Gewerbe insLicht setzen helfe»."

Derjenige wäre gewaltig im Irrtume, welcher sich demGlauben überließe, nnser so sehr auf Erwerb bedachtesPublikum bedürfe in diesem Punkte am wenigste» der Er-leuchtung, uud die Füße, welche so hastig dem Gewinn nach-laufen, müßten am deutlichsten fühlen, wo sie der Schuhdrücke. Eine ganz falsche Voraussetzung in der That!Über nichts kommen wir später im Leben zur Klarheit,als über das, was uns am allernächsten liegt. Kein Übelentgeht unsrer Beobachtung mehr, als eines, das uns vonewig her anhaftet! Es hat Jahrtausende der Zivilisationbedurft, um nur deu Begriff der Volkswirtschaft hervor-zurufen, uud nicht sind es fünfzig Jahre her, daß die Masseder Gebildeten noch keine Ahuung davon hatte, daß mandie Natur und die Grundbedingungen der alltäglichenArbeits- und Vertehrs-Verhältnisse in Untersuchung ziehenkönne. Wie konfus und roh sind doch heute uoch die be-treffenden Anschauungen in ganzen Schichten der unter-richteten Bevölkerung.

Alle Betrachtungen, welche bei Gelegenheit des Zoll-vereins, des Maß- nnd Münzwcsens, der Handelsgesetz-gebuug angeregt worden sind, machen mir einen kleinenTeil derjenigen Studien ans, zn welchen die wirtschaftlichenZustände Deutschlands unter dem Gesichtspunkte der natio-nalen Zersplitterung Anlaß geben könnten. Ich trage dieÜberzeugung in mir, daß jeder, sein Geschüft mit