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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
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Segen deutscher Vielstaaterei hier erschöpfen zu wollen.Fiudet meiue Idee Anklang, so wird es dem Register anschönen Gaben nicht fehlen. Nur einen Gesichtspunkt lassenSie mich schließlich noch erwähnen, welcher auch niemalsnach Gebühr berücksichtigt worden ist: ich meine die Ent-fremdung deutscher Gewerbskräfte zum Vorteile andrerNationen. Gehen Sie durch die arbeitsamen Viertel vonParis und lesen Sie die Schilder, oder nehmen Sie einenAdreßkalender zur Hand. Sie werden erstaunen, wie esda von deutschen Namen wimmelt, und wenn Sie sichnäher umthun, so erfahren Sie dazu noch, daß in vielenGewerbszweigen Meister und Gesellen von Ruf zu einemunverhältnismäßig starken Anteil abermals Deutsche sind.Die ersten Wagenbauer und Kunstschrciner sind Deutsche,ebenso die Schuhmacher und Schneider von europäischerBerühmtheit. Das ganze Waren-Kommissionsgeschäft ist inHänden der Deutschen. Gehen Sie nach London , es istebenso, und ähnlich in der ganzen Welt. Glauben Sie,das sei außer Zusammenhang mit der Enge nnd Ver-kommenheit deutscher Regieruugszustände? Glauben Sie,das habe nichts zn schaffen mit den Hemmnisfen der Frei-zügigkeit und mit den dreißigerlci Heimatsberechtigungeu,mit den Schranken, welche das Pfuschwesen deutscher Politikder Entfaltung deutscher Kraft zu Wasser uud zu Landeanlegt? Auf diese Art wandern Millionen der tüchtigstenMenschen für immer in die Fremde, tragen mit ihrenLeistungen dazu bei, daß der ausländische Nachbar in allenStücken ihre eigene Heimat überflügelt, und bei der Ge-schmeidigkeit deutschen Wesens sind Meister HufnagelsSöhne schvu Stockfrauzofen, der Art, daß Monsieur Ufnackelder ältere uns von Paris aus irgend einen neuen Mode-schnitt in seinein Handwerk oktroyiert, dieweil Ufnackel derJüngere bei der ersten Gelegenheit als Nsrsellal äss liv^is