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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
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in einer reitendeil Batterie ans den Rhein losmarschiert.Znr Schadloshaltnng genießen wir dann die mißratenenFamiliensöhne, welche der irische oder schottische Adel inden österreichischen Kadettenrock steckt.

Das sind so ans dem Stegreis herausgegriffene Probendessen, was Einem unter die Augen kommt, wenn man imAuslande lebt. Welche Erfahrnngen mnß erst ein inDeutschland ansässiger Kaufmann oder Indnstrieherr machen!Da liegt ein unabsehbares Feld der Entdeckungen, nnd einGebiet, aus welchem die Nation mit neuen Argumentenohne Ende sür die Erfüllung ihrer Wünsche überraschtwerden soll; nnd zwar Argumente aus der nüchternenPraxis der Ernährung. Denn merkwürdigerweise sind wirbei aller realistischen Richtung der Gegenwart über das Un-gereimte der Bielstaaterei viel erleuchteter, vom idealenStandpunkt des politischen Ehrgefühls a»5 als von demder praktische» Nützlichkeit. Wie groß die Unklarheit inletzterer Rücksicht ist, geht unter anderem mich daraus her-vor, daß die verbissensten unter den allerhöchsten Gegnerndeutscher Eiuignug sdiesenigen, welche sich zuletzt in derWürzburger Koterie so lieblich zusammeugethau haben) vonZeit zn Zeit eine Deklamation loslassen, des Sinnes, daßsie ans dem Boden des materiellen Lebens allen Fluch derstaatlichen Zersetzung in Deutschland beseitigen wollen. Vonallen den zahlreichen Projekten trockener Pelzwäscherei istdieses das tollste. Die Schranken nnd Sparreu im deut-schen Geschäfts- und Verkehrswesen werde» so lange exi-stieren als die einzelnen Landeshoheiten. Die ersterenwachsen llnmittelbar aus den Hauptbestandteilen der letzternhervor. Das wissen die Herren übrigens sehr gut. Dashindert sie aber freilich nicht, bei drohender Gefahr eineDiversion anfs Gebiet der materiellen Interessen zu machen.Diese Diversion nnd die Schleswig-Holsteinische sind die