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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
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zwei rostigen Notanker, welche jedesmal ausgeworfen wer-den, wenn die Flut bedenklich steigt, um nach verlaufenenWassern stillschweigend ins Zeughaus zurückzuwandern.Trotz allen Veranstaltungen haben wir weder Maß-, Münz-noch Gesetzgcbungseinheit und werden ebensowenig sie alsdie Herzogtümer haben, so lange die dreißig Landeshoheitenin Blüte stehen.

Wenn daher auf diesem Felde noch Arbeit für dieVervollständigung der Überzeugungen in Fülle zu verrichtenist, so wird damit zugleich die zweite Existenzbedingung ge-funden: eine praktische Thätigkeit.

Wirken heißt vom allgemeinen zum besonderen herab-steigen. Ein Verein zur Erstrebung deutscher Einheit mußseine Aufgabe, soll sie von der Stelle kommen, nach deneinzelnen Zweigen des Lebens einteilen.

Ein «Unwesentlichster dieser Zweige wäre hier ge-geben.

Man gründe ein Zentralbüreau, ich möchte sagen: eineHauptsternwarte für die Beobachtung der Wechselwirkungzwischen deutscher Politik und deutschem Gewerbslebeu. Abervor allen Dingen müßte diese Warte in eine Großstadt ver-legt werden. Der Ort ist bei keiner Sache gleichgiltig, amallerwenigsten bei einer so Praktischen. Koburg, Eisenach oder Gotha taugen nicht für eine solche Zentralstelle. DerBlick ist unvermeidlich beschränkt in engen Räumeu. Esbraucht auch weiter keiuer staatlichen Anerkennung, keinerkorporativen Berechtigung zu solchem Unternehmen. Ein ein-zelner tüchtiger, gut bezahlter Mann, der sich als Privat-mensch eine Kanzlei mit Gehilfen einrichtet, ist der Sachegewachsen. Er braucht keine groß- und keine kleindeutscheTendenz aufzustecken. Bemerken Sie, daß ich in meinemProgramm die Frage ganz offen lasse. Wenn jemand