Baden, Sachsen, Hannover , alles, was nur dem Zoll-Parlament, dem Norddeutschen Bund Tod uud Verdammunggeschworen hatte. Bebcl und Liebknecht, die Ihnen wohl-bekannten sozialdemokratischen Stützen von Thron undAltar, die größten katholischen Kirchenlichter: Bissing, Roß-hirt, Windthorst, zogen mit kliugeudem Spiel auf die Tri-büne; von neuem erklang das Stichwort, welches bis dahinseine Wirkung nie verfehlt hatte: „Wir Süddeutsche!" Aberdas Maß war voll! Wer immer uoch das Gefühl derVerantwortlichkeit für die Zukunft Deutschlands iu sichtrug, der empfand, daß es Zeit war, diesen Teiluugsseligeudas Handwerk zn legen. So siel der Grundsatz, daß esden Vertretern des gesamten Deutschland nicht erlaubt sei,sich um das Wohl oder Wehe der Angehörigen eines ein-zelnen Staates zu kümmern. Von diesem Tage au kameine belebende Strömung über das Zoll-Parlament.
Wohin auch hätte es führen sollen, wenn gerade indiesem Parlament die Trennung Deutschlands in zweiHälften zu der Bedeutung einer organischen Einrichtungwäre erhoben worden? Setzen wir einmal den Fall, essollte auch durch allgemeine Volksabstimmung über dieFrage der deutschen Einheit entschieden werden. Ich glaubezwar, die Lösung der Frage steht selbst über dem Volks-willen, der an ihr ebensowenig etwas ab- oder zudekretierenkann, als au dem Einmaleins. Aber setzen wir einmal denFall, von dessen Konsequenzen wir gar nichts zu fürchtenhätten. Könnte eine solche Frage anders beantwortet wer-den, als durch Zählung der Ja und Nein aller Deutschen ?Wollen Sie einzelnen Landschaften in der Mitte oder anden Grenzen die Freiheit lasfen, ein Loch in die Mitteoder in die Grenze Deutschlands zu bohren? Und wennSie die Selbstherrlichkcit der Baiern anerkennen, warumnicht auch die der Bnckeburger? Wenn Bismarck sagt: