den Häuptling der Junkerpartei auf die Rednerbühne zuschicken, daß er so zu sagen als sein Herold spreche, unddaß dieser von da uns Liberalen zürnst: „Wenn Ihr Euchein bischen Mühe geben wollt — zur Not biet' ich Euchmein Rezept dazu an — so werdet Ihr die öffentlicheMeinung über das Petroleum im Handumdrehen umge-stimmt habeu!" — „Herr!" hatte ich da Lust zu rufen(wenn bei Präsident Simson eine Unterbrechung aufkommenkönnte) „Herr! Ihr redet ja wie ein Franzos!" In Frank-reich habe ich das manchmal so in vertraulichen Kreisensagen hören, daß man die öffentliche Meinung „machen"könne. Das Hauptrezept des bewußten Redners ist dasEigentum der Napoleonischen Familie. Der erste Bona-parte, das war so recht der Mann, der von Moskau seinemSekretär in die Feder diktierte, wie man die öffentlicheMeinung in Frankreich über den russischen Feldzug zurechtmachen sollte. War kein preußischer Junker, ist ihm aberdennoch nicht gelungen! Auch die öffentliche Meinung istden Herren schon recht, aber dienen muß sie, sonst hole sieder Teufel! Und so auch mit den Kammern und nnt denParlamente!?. Gehorchen sie fein, sind sie Liebe nnd Ge-treue; mucksen sie aber, dann sind sie boshaft, störrig undvor allem sind sie — dumm. So war es vormals und sofiehts in des Kanzlers sonst so klugem Kopfe noch heuteaus. Und das Schlimmste dabei ist, daß er einmal mitden Kammern Recht behalten, daß er obsiegte uud sie unter-lagen, daß die Weltgeschichte, die Nation es besiegelte, ersich und andern sagt: ich war der 5iluge, Ihr wart dieThörichten. Ob er damit unbedingt Recht habe, ist ja wasanderes. Daß er in seinem Sinn es sich sagen darf, stehtfest. Nun ist aber nichts gefährlicher, als wenn jemandglaubt, der Fall, der ihm einmal Recht gegeben, wiederholesich in alle Ewigkeit, während doch beinahe niemals zwei
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